Von Anne Preissner
Reduzierte Kapitalkosten und geringerer Zeitaufwand, höhere Kundenzufriedenheit und schnellere Markteinführung neuer Produkte - neben quantifizierbaren Vorteilen zeigten sich auch versteckte Pluspunkte: besser fundierte Entscheidungen, effektivere Zusammenarbeit und größere Kreativität.
Vor allem die deutschen Unternehmen hinkten den US-Vorreitern um rund drei Jahre hinterher, klagt George Colony (53), CEO der Technologieberatung Forrester Research. Viele ältere Chefs hätten zu wenig Bezug zur IT und bremsten jüngere, technikaffine Manager und Mitarbeiter. Ein Deus ex Machina sei der Einsatz neuester Technik allerdings nicht, warnt Colony: "Der positive Effekt verpufft, wenn nicht gleichzeitig Firmenorganisation und Abläufe umgestellt werden."
Die Gefahr, in der elektronischen Datenflut unterzugehen, droht insbesondere Managern. Allein 100 bis 200 E-Mails harren oftmals täglich der Beantwortung. Die Furcht der Empfänger, etwas Wichtiges zu verpassen oder nicht rechtzeitig zu reagieren, nimmt zu.
"Wenn mir ein Mitarbeiter des Öfteren nachts eine Mail schickt, obwohl er den ganzen Tag gearbeitet hat, mache ich mir als Vorgesetzter Sorgen um ihn und spreche ihn an", sagt Giesswein. Regelmäßig organisiert Nokia für die Belegschaft Time-Management-Seminare, damit alle Beschäftigten die Balance zwischen Berufs- und Privatleben halten können.
Ein hehres Unterfangen. Ist doch bei Managern der einst verpönte Angriff auf Wochenenden und Feiertage längst üblich. Zahlreiche Führungskräfte checken spätestens am Sonntagabend ihre elektronische Post, um Montagmorgen à jour zu sein.
© manager magazin 3/2007
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