Von Anne Preissner
Ohne Hast zuckelte der Hausbote über den Firmenflur, schob sein Rollwägelchen vor sich her und verteilte - stets zu einem Schwätzchen aufgelegt - die aktuelle Post. Tag für Tag stapelten sich auf dem Schreibtisch von Achim Berg (43) Kundenanfragen, interne Mitteilungen und Arbeitsdokumente - ein Albtraum für den aufstrebenden Informatiker, der Papierkram höchst lästig fand.
Virtueller Virtuose: Seit Jahren ist Achim Berg (42) voll elektronisch organisiert. Der neue Deutschland-Chef von Microsoft schätzt Management by E-Mail, warnt aber auch: "Mit der Geschwindigkeit steigt das Risiko, Fehlentscheidungen zu treffen." Auch privat setzt Berg auf das Digitale - er lebt mit seiner Familie in einem komplett vernetzten Haus.
Für Berg, seit Februar Chef von Microsoft Deutschland, kam der Siegeszug von E-Mail, Handy, Web & Co. einem persönlichen Befreiungsschlag gleich. "Heute bin ich voll elektronisch organisiert, Papier ist bei mir so gut wie passé", schwärmt er.
Auch privat lebt der Vertriebsprofi total vernetzt. Vor drei Jahren ließ er sein Bonner Privathaus in einen Hightech-Tempel umwandeln - von der biometrisch zu öffnenden Eingangstür bis hin zum handygesteuerten Garagentor.
Virtuelle Virtuosen wie Berg sind Vorreiter des Digital Living. Souverän nutzen sie die elektronische Klaviatur, um weltweit und jederzeit "on the job" zu sein. "Die Arbeitsmöglichkeiten haben sich in den vergangenen zehn Jahren stärker verändert als in jeder Dekade zuvor", resümiert Ben Verwaayen, CEO von British Telecom.
Das Tempo des Wandels beschleunigt sich. Globalisierung und Outsourcing verstärken den Trend zum verteilten Arbeiten quer über Kontinente. Längst hängt der Erfolg heutiger Führungskräfte auch davon ab, wie intelligent sie moderne Digitaltechnik nutzen und in ihren Unternehmen einsetzen.
© manager magazin 3/2007
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