Von Wolfgang Hirn
"Schluss ist Schluss", verkündet Gerhard Goll, der zehn Jahre lang Chef des Stromkonzerns EnBW im Südwesten der Republik war. "Ich lese keine Artikel mehr über EnBW", sagt er. Und er rede mit niemandem mehr über dieses Unternehmen.
Goll grollt. Sein Nachfolger bei EnBW
Ob ihn diese Vorwürfe und deren juristische Aufarbeitung getroffen haben? Er macht eine sehr, sehr lange Pause. Man spürt, wie er um die passenden Worte ringt. "Treue ist ein wesentlicher Begriff meines Weltbildes", sagt er schließlich, "deshalb hat mich das getroffen." Ende der Durchsage.
Also reden wir über das Jetzt. Er sitzt in seinem geräumigen und aufgeräumten Büro der Karlsruher Anwaltskanzlei Nonnenmacher. Einmal die Woche - meist dienstags - kommt er hierher. Jurist Goll tritt freilich nicht vor Gericht auf, er wirkt im Verborgenen. "Ich bin bei vielen Schlichtungen dabei", berichtet er.
Und er gibt rechtlichen Rat bei Nachfolgeregelungen im Mittelstand oder bei Unternehmensauf- und verkäufen; als EnBW-Chef hat er da einige Expertise angehäuft.
Nebenbei coacht er noch drei kleinere Unternehmen. Keine Start-ups, sondern Firmen, die schon drei bis fünf Jahre existieren und gewisse Wachstumsprobleme haben. Zum Beispiel das Berliner Unternehmen VM-People, das sich mit Marketing beschäftigt.
© manager magazin 1/2007
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