Webers unerschütterlicher Glaube, so Gösele, sei zwar "manchmal etwas blauäugig". Doch gerade wegen dieser amerikanischen Prägung "ein unschätzbarer Gewinn für die politisch und wirtschaftlich komplexe Landschaft der Fotovoltaik-Forschung in Deutschland".
Die deutsche Solarbranche hegt hohe Erwartungen. Florian Holzapfel, Managing Director Technologies beim weltweit zweitgrößten Solarzellenhersteller Q-Cells in Sachsen-Anhalt, sehnt schon den Durchbruch für Webers "dirty silicon" herbei.
Und Edmund Stassen, Vorstand für Forschung und Entwicklung bei der Hamburger Conergy AG, erhofft sich "exzellent ausgebildete Nachwuchskräfte" von dem neuen Leiter des ISE. Dort arbeiten und forschen gut 230 Doktoranden, Diplomanden und wissenschaftliche Hilfskräfte. Und Weber ist nicht nur Institutsleiter bei der Fraunhofer-Gesellschaft; er hält auch den Lehrstuhl für Angewandte Physik und Solarenergie an der Uni Freiburg.
Schon heute, rechnet Stassen vor, arbeiteten 170.000 Menschen in den deutschen Branchen für erneuerbare Energien. Im Jahr 2020 werden es wohl 500.000 Arbeitnehmer sein. "Diese Fachkräfte müssen dem raschen technischen Fortschritt ebenso gewachsen sein wie den dynamisch wachsenden Märkten", sagt der Manager.
Auf Eicke Weber ruhen somit große Hoffnungen - als Siliziumforscher, als Entwickler marktgängiger Solarsysteme und als akademischer Lehrer. Doch auch im privaten Umfeld muss sich der umtriebige Professor noch Herausforderungen stellen.
Das Mehrfamilienhaus, in dem er zur Miete wohnt, hat weder Solarzellen noch Sonnenkollektoren auf dem Dach. In der "grünen" Hauptstadt Freiburg gilt das als Signal für ein Ökodefizit, das die Führungskraft einer einschlägigen Branche schleunigst beheben sollte.