Von Eva Müller
Klare Leistungskriterien
Welchen Beitrag die SAPler jeweils zum Erfolg des Konzerns liefern, stellt das softwarebasierte Performance Management System fest. Mindestens zwei Mitarbeitergespräche führt jeder Angestellte mit seinem Vorgesetzten pro Jahr - mit Zielfestlegung zu Beginn, Überprüfung im Sommer sowie Beurteilung und Gehaltsaussage zum Ende.
Alle haben Mitspracherecht: Jeder Angestellte, ob hochrangiger, oder einfacher Mitarbeiter, können sich anonym gegenseitig beurteilen
Fehlt es an Wissen, zickt ein Zulieferer, stimmt die Chemie im Team nicht? Die Lösung für den betroffenen Mitarbeiter kann eine Schulung sein, eine Veränderung der Mannschaft oder Hilfestellung durch einen erfahrenen Mentor.
Zimmermanns Engagement kommt nicht von ungefähr. Seine Leistung als Manager bewerten nicht nur seine Vorgesetzten, sondern auch seine Untergebenen. In der Management Excellence Evaluation - kurz ME2 - beurteilen online und anonym Mitarbeiter, gleichrangige Kollegen sowie Chefs, wie gut die Führungskraft ihr Team bildet, die Konzernstrategie vermittelt, Probleme bewältigt oder Mitarbeiter fördert.
"Das tut schon weh, wenn man Versäumnisse vorgehalten bekommt", gesteht Zimmermann. Um gleich begeistert zu erzählen, wie sehr ihm ein auf herbe Kritik folgendes Training geholfen habe: "Ich habe meine Stärken erkannt und mich extrem weiterentwickelt."
Das Vorgehen hat Methode. Auf allen Ebenen dienen die Beurteilungen nicht nur als Grundlage für die Gehaltsberechnung. Sie bilden auch die Basis für die individuelle Karriereentwicklung. Welche Kurse ein Mitarbeiter aus dem riesigen Angebot der hauseigenen Fortbildungsstätte SAP University wählt, welche Projekte oder Aufgaben er neu übernimmt, sprechen Manager, die sich mehr als Coaches denn als Weisungsbefugte verstehen, regelmäßig mit ihm ab.
Die Mitarbeiterförderung läuft bei SAP
aber nicht auf einer Einbahnstraße. Nicht allein die Chefs suchen nach neuen Herausforderungen für ihre Untergebenen. Die müssen sich auch selbst überlegen, in welche Richtung sie gehen wollen. Dieser Holschuld kämen die SAPler allerdings meist freudig nach, berichtet Personalchef Heinrich: "Sie sind ganz heiß drauf, öfter mal was Neues zu machen."