Von Eva Müller
Leidenschaftlich plädiert der Unternehmer für Wachstum statt Verteilungskampf. "Warum kann eine Familie die Kinderfrau nicht ganz von der Steuer absetzen?", fragt er. Durch solch schlechte Gesetze gingen doch gleich zwei Jobs verloren - der der Mutter, die zu Hause bleibt, und der der Haushaltshilfe.
Vielbeschäftigt: Klaus Luft engagiert sich für Studenten, fungiert als Honorarkonsul und berät Unternehmen
Fast wie nebenbei erwähnt Luft noch seinen Job bei der Investmentbank Goldman Sachs
, die er etwa bei der Privatisierung der Telekom unterstützte. Seit Mai dieses Jahres dient er zudem der französischen Versicherung AGF als Aufsichtsrat. Beim Mittelständler ASB Grünland aus Ludwigsburg interessiert er sich als Beirat für Blumenerde und Torf.
Dem üblichen Wahn ehemaligen Führungspersonals, sich überzubeschäftigen, hängt Luft nach eigener Einschätzung jedoch nicht an. Ihm bleibe genügend Zeit zum Wandern und Skifahren rund um seine Ferienwohnung im schweizerischen Klosters.
Zur Person
Bekannt wurde Klaus Luft (65) durch seine Karriere beim Computerhersteller Nixdorf, wo er 1967 als Vertriebschef für Süddeutschland begann.
Im März 1986 übernahm er die Nachfolge des Hightech-Pioniers Heinz Nixdorf, der kurz vor seinem 61. Geburtstag an Herzversagen gestorben war.
Unter der Führung des Vertriebsprofis wuchs der Rechnerproduzent Nixdorf zunächst noch kräftig, stürzte dann aber 1989 tief in die roten Zahlen. Im November trat Luft zurück. Der Konzern wurde 1990 von Siemens
übernommen.