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07.11.2006
 

Design

Alles-Könner

Von Klaus Ahrens und Hanno Pittner

Elf Jahre lang hat Michael Michalsky den Adidas-Produkten neue Formen verpasst. Seit Februar schwebt er als wahrer Wundermann über der Modewelt und schafft auf eigene Rechnung - für die inzwischen koreanische Modemarke MCM, für Tchibo und für drei eigene Labels.

Der Catcher-Typ - glatzköpfig, dunkler Anzug, gelbe Krawatte, Headphone - ist wie zufällig vor dem Juweliergeschäft an der Ecke des Berliner Kurfürstendamms postiert. Stumm, mit seinem bloßen Dasein, gibt er zu verstehen: Hier wird großes Geld umgeschlagen, hier gibt es was zu holen.

Gleich an den Schmuckladen schmiegt sich unter den ortsüblichen hohen Platanen eine schwarz gerahmte Schaufensterfront, schick und cool, mit ein paar wenigen wie Museumskostbarkeiten präsentierten Handtaschen in grellbunten Farben. Über der Front prangt auf weißem Milchglas, unterfangen von einem Lorbeergebinde, der Schriftzug MCM.

Vor kurzem war das Label zur Unmarke verkommen. Nun hat sich der in den 80er Jahren hoch geschätzte und später als "Muschi Club München" verhöhnte Lederwarenlieferant wieder mit einem Laden auf die Luxusmeile der Hauptstadt gewagt. Ein Phönix, so scheint es, der Asche entstiegen, dank der Luxusgüterproduzentin Sung-Joo Kim aus Südkorea, die ihm mit viel Geld ordentlich Auftrieb gegeben hat. Und so ist er nun auf dem teuren Pflaster zwischen Olivaer- und George-Grosz-Platz gelandet.

Der Mann, der diesen neuerlichen Höhenflug startete, baut sich mächtig auf, drinnen im Laden: Michael Michalsky, ein freundlicher Hüne mit Plüschbärengemüt, die schwarzen Haare kurz geschoren, an den Ohren brillantenfunkelnde Klunker, das T-Shirt schwarz, an der verbeulten Jeans eine schwere Gliederkette. Und siehe da, die Füße stecken in nagelneuen Sportschuhen, auf denen rot der Swoosh von Nike Chart zeigen leuchtet.

Ausgerechnet. Bis zum Frühjahr stand der 39-jährige Michalsky der 185 Köpfe zählenden Designabteilung des Sportzeugnähers Adidas Chart zeigen aus dem fränkischen Herzogenaurach vor. In seinen elf Jahren dort hat er eine wahrhaft raketenartige Karriere hinter sich gebracht. Während der er Adidas mit einer völlig neuen Formensprache vom biederen Turnschuhfabrikanten zur hippen Lifestyle-Company zu verwandeln half.

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