Junge Manager geraten häufig in eine Generationsfalle. Ihre Chefs aus der alten Garde, die Management-Soziologen gern als "Happy Workaholics" bezeichnen, leben meist in einer Welt, in der die Frauen zu Hause bleiben und für die Kinder zuständig sind. Von ihren Untergebenen verlangen sie daher uneingeschränkten Einsatz. Gleiches fordern allerdings auch die Ehefrauen der Nachwuchsmanager, wenn es um die praktische Bewältigung des Familienlebens geht.
Der Schlüssel für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, das zeigen auch die Ergebnisse der manager-magazin-Umfrage, liegt in der flexiblen Gestaltung der Arbeitsabläufe und -zeiten.
Genau 69 Prozent der befragten Unternehmen ermöglichen ihren Führungskräften schon heute flexible Arbeitszeiten, weil sich die Anforderungen von Job und Familie auf diese Weise am besten verbinden lassen. Immerhin 33 Prozent der Firmen unterstützen ihre Angestellten mit betrieblicher Kinderbetreuung, 31 Prozent richten einen Heimarbeitsplatz ein.
Der Automobilkonzern BMW
bietet seinen Mitarbeitern alle drei Bausteine an. Personalvorstand Ernst Baumann betont, dass die Regelungen ausdrücklich auch für die männlichen Führungskräfte gelten: "Wir fassen unsere Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf bewusst unter dem Dach der Familien-, nicht der Frauenpolitik zusammen, weil sie grundsätzlich für Männer und Frauen gelten."
| Bruttoerwerbseinkommen vor der Geburt, das zu einem Elterngeld von 1800 Euro führt* | |||
| erstes Kind | zweites Kind | drittes Kind | |
| Steuerklasse III | 4147/4147 | 4119/4119 | 4107/4107 |
| Steuerklasse IV | 5049/4901 | 5016/4875 | 5003/4865 |
| Steuerklasse V | 6050/5852 | 6034/5836 | 6034/5836 |
| * Monatswerte für Westdeutschland/Ostdeutschland in Euro | |||
Dennoch, das belegt auch die mm-Umfrage, werden Pampers-Pioniere wie Peter Schirmanski und Daniel Dietzfelbinger ihre gesellschaftliche Vorreiterrolle als Väter der neuen Art auf absehbare Zeit weiter als ausgeprägte Exoten erleben. Das Gesetz zum Elterngeld wird wohl kaum für einen gravierenden Wandel sorgen.
Die Entscheidung für ein Kind fällt eben niemand rein rational, finanzielle Aspekte spielen gerade bei Führungskräften eine eher untergeordnete Rolle. "Natürlich haben wir nun weniger Geld zur Verfügung", sagt etwa Ex-MAN-Manager Dietzfelbinger, "aber jedes Kinderlächeln ist mehr wert als eine Gehaltserhöhung."