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09.08.2006
 

Internet

Bis die Blase platzt

Von Christian Rickens

3. Teil: Internet, die zweite Version

Stimmt alles. Doch genau wie Ende der 90er Jahre durchläuft auch diesmal wieder eine Geld verschlingende Modewelle die Internetbranche. Damals redeten alle von E-Commerce, heute von Web 2.0.

Niklas Zennström: Der 40-jährige Schwede gründete den Internettelefoniedienst Skype und verkaufte ihn für mehrere Milliarden Dollar an Ebay
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DPA

Niklas Zennström: Der 40-jährige Schwede gründete den Internettelefoniedienst Skype und verkaufte ihn für mehrere Milliarden Dollar an Ebay

Internet, die zweite Version: Hinter diesem Schlagwort verbergen sich Unternehmen, deren Websites Menschen miteinander in Kontakt bringen. Nahezu alle hoch bewerteten Start-ups basieren auf dem Web-2.0-Prinzip: Bei Flickr werden Fotos ausgetauscht, bei OpenBC Geschäftskontakte, bei Skype Gratistelefonate und bei MySpace Stücke von Amateurmusikern (offiziell) und Sexkontakte zwischen College-Studenten (inoffiziell).

All diese Unternehmen leben vom Netzwerkeffekt: Mit jedem neuen Nutzer steigt der Wert des Angebots auch für alle bisherigen Mitglieder. Hohe Nutzerzahlen sind die wichtigste Voraussetzung, damit ein netzwerkbasiertes Unternehmen erfolgreich sein kann - und die entsprechenden Zahlen klingen beeindruckend: Bei Flickr waren Mitte dieses Jahres über 300 Millionen Fotos eingestellt, Skype rechnet für Ende 2006 mit 180 Millionen registrierten Nutzern. MySpace.com hat mehr als 90 Millionen Mitglieder und OpenBC 1,5 Millionen.

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Doch zum wirtschaftlichen Erfolg gehört mehr. Die Nutzer müssen sich auch zu Geld machen lassen. Sie müssen entweder bereit sein, für ihre Mitgliedschaft in einem Netzwerk zu zahlen - oder zumindest die Produkte zu kaufen, die auf den Web-Seiten des Netzwerks angeboten werden. Und genau hieran hapert es bislang bei den meisten Web-2.0-Start-ups. Die Pro-Kopf-Umsätze liegen durchweg bei wenigen Euro oder gar Cent pro Monat.

"Wenn man eine Community hat, hat man noch kein Geschäftsmodell. Das wollen viele Leute nicht begreifen. Aus einer Community kann sich höchstens ein Geschäftsmodell entwickeln."

Philipp Justus spricht diese schwer wiegenden Sätze gelassen aus. Er sitzt in einem winzigen Hinterzimmer des Düsseldorfer Kongresszentrums. Auf der Hauptbühne hat gerade Thomas Gottschalk die 20-millionste deutsche Ebay-Nutzerin begrüßt. Wenn es noch irgendeines Beweises bedürfte, dass das Internet ein Massenphänomen ist, er wäre zu finden auf der "Ebay Live", der mit 4000 Besuchern größten europäischen Kundenveranstaltung des Online-Auktionshauses.

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