31.03.2006
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Fußballgeschäft

"Da fehlt die Kontrolle"

Von Arno Balzer und Michael Freitag

4. Teil: "Aufsichtsräte müssen genau abwägen"

mm: Die meisten Bundesligaclubs haben ihre Profiabteilungen längst in Kapitalgesellschaften ausgegliedert.

Henzler: Das allein reicht nicht. Vorbildlich sind nur wenige, allen voran der FC Bayern.

Münchener Fankurve: "Finanzkunden vertrauen dem FC Bayern"
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DPA

Münchener Fankurve: "Finanzkunden vertrauen dem FC Bayern"

mm: Sie sitzen dort im Präsidium des Aufsichtsrats.

Henzler: Wir erstellen dort zum Beispiel eine detaillierte Mittelfristplanung, während andere sich immer noch von Jahr zu Jahr hangeln. Bei Bayern - und inzwischen auch beim DFB, der Deutschen Fußball Liga DFL und im Organisationskomitee - sind Profis eingezogen: Projektmanager, PR- und Marketingleute. Der Rest der Liga übernimmt das mehr und mehr.

mm: Das ist alles keine Zauberei. Warum bekommen andere Clubs ihre Finanzprobleme nicht in den Griff?

Henzler: Da spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Erstens scheinen immer noch die alten Vereinsstrukturen durch, aus denen heraus innerhalb weniger Jahre ein Multimillionengeschäft entstanden ist. Zweitens ist die Versuchung sehr groß, sich den sportlichen Erfolg zu teuer zu erkaufen. Drittens brauchen Sie eine vernünftige Kontrolle des Managements.

mm: Auch bei Ihren Vorständen Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge?

Henzler: Das sind Topleute, keine Frage. Aber niemand ist unfehlbar. Also müssen wir als Aufsichtsrat genau hinschauen. Sie kennen doch meinen Lieblingsspruch vom Auge des Bauern, das die Kühe fett macht.

für mm 3/2006 S.62: "Wer sich Geld über Genussscheine oder Anleihen beschaffen will, müsste dazu die Erlaubnis der Liga benötigen." - Wirtschaftsberater und FC Bayern-Aufsichtsratsmitglied Herbert Henzler mm: Borussia Dortmund Chart zeigen und Schalke 04 haben hochrangig besetzte Aufsichtsräte und gehen trotzdem extreme finanzielle Risiken ein.

Henzler: Die Aufsichtsräte müssen genau abwägen, was sie jemandem durchgehen lassen. Eine Entwicklung wie auf Schalke wäre beim FC Bayern undenkbar.

mm: Was ist mit dem zweiten Kontrollinstrument: dem vielfach hoch gelobten Lizenzierungsverfahren der DFL?

Henzler: Das greift zu spät. Wenn ein Club Strategien wie Schalke fährt, sich einer Anleihe über 85 Millionen Euro bedient, müsste das nachhaltiger kontrolliert werden. Zwei englische Clubs, die Anleihen dieser Art aufgenommen haben, sind bereits insolvent. Wer künftig kreative Finanzierungsinstrumente nutzen und sich Geld über Anleihen, Genussscheine oder Börsengänge beschaffen will, müsste dazu die Erlaubnis der Liga haben.

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