Von Klaus Ahrens und Hanno Pittner
mm: Derzeit entwickeln Sie in Asien eine Reihe neuer Häuser, mit Schwerpunkt in China ...
Bernd Chorengel:
Pflicht: Geboren im norddeutschen Itzehoe, begann der heute 61-Jährige seine Laufbahn als Kochlehrling in der Bahnhofsgaststätte des Hamburger Randbezirks Bergedorf. Nach Hotelfachschule und einem längeren Gastspiel bei Hilton heuerte er 1969 im "Hyatt Regency Hongkong" an, baute dann für das Unternehmen Hotels in Südostasien auf und wurde 1984 Präsident von Hyatt International.
Kür: Der inzwischen dienstälteste Chef einer weltweiten Hotelgruppe ist verantwortlich für 92 Luxushotels in 40 Ländern. Firmensitz des Unternehmens ist Chicago. Privat zieht es den in zweiter Ehe verheirateten Vater von vier Kindern oft nach Norddeutschland - in der Nähe von Stade besitzt er einen Bauernhof
mm: Was werden diese Häuser Neues bringen?
Chorengel: In Moskau machen wir in zwei Jahren ein neues Grandhotel auf, dort implantieren wir dann, was gerade in den Bars und Clubs von New York angesagt ist.
Oder aus Paris den jüngsten Küchentrend, offene Kochstellen mit Öfen, in denen auf Kohlen von verschiedenen Hölzern gekocht wird, damit die Speisen jeweils deren Aromen annehmen.
In den Zimmern wird es immer mehr Elektronik geben, Flatscreens auch in jedem Bad. Und Fernsehapparate als Entertainmentcenter, mit Musik, Computerspielen und Videos.
mm: Chinesische Gäste liegen Ihnen offenbar besonders am Herzen. Aus Neigung oder aus Geschäftssinn?
Chorengel: Vergangenes Jahr waren 20 Millionen Chinesen außerhalb Chinas unterwegs. Mehr und mehr Städte werden dort an das internationale Flugnetz angeschlossen, bald wird es 20 Städte geben, von wo aus Frankfurt direkt angeflogen wird. In sechs, sieben Jahren werden 100 Millionen Chinesen auf Achse sein. China wird zum größten Reiseland der Welt.
mm: Sind denn Chinesen bereit, Preise der Spitzenhotellerie zu bezahlen?
Chorengel: Die bezahlen mehr als andere. In unseren Hotels kostet die Tasse Kaffee sechs Dollar. Die Deutschen fragen: Wie bitte, sechs Dollar? Die Chinesen sagen: no problem.