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09.03.2006
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Finanzplanung

Der lange Marsch

Von Eva Buchhorn und Jonas Hetzer

5. Teil: Die falsche Hoffnung auf das Erbe

Das Eigenheim aber ist eine Rechnung mit vielen Unbekannten. Wesentlichster Unterschied zu früher: Der prognostizierte Bevölkerungsrückgang könnte nach Ansicht vieler Experten die künftige Nachfrage nach Eigenheimen und damit die Wiederverkaufspreise kräftig drücken. Finanzplaner rechnen daher in jedem Einzelfall genau durch, ob sich ein Kauf lohnt oder ob der Interessent als Mieter besser dasteht.

Dafür prüfen sie neben möglichen Finanzierungskonditionen vor allem das Verhältnis von Miete und Kaufpreis sowie die zu erwartende Wertsteigerung der Immobilie im Vergleich zu einer Alternativanlage. Im Falle des Ehepaares N. zeigte sich, dass die beiden im Verhältnis zum Kaufpreis eine recht hohe Miete zahlen und sich ein Kauf deshalb relativ bald auszahlen würde.

Wer dagegen den Kauf einer Immobilie für sich selbst ausschließt, kann sich ganz auf die Anlage seines Geldes am Kapitalmarkt konzentrieren. Dabei muss der wichtigste Vorteil des Eigenheimerwerbs kompensiert werden: das mietfreie Wohnen im Alter.

Spätestens jetzt kommt das eigentliche Ziel jedes Vermögensaufbaus in Sicht: die Sicherung der finanziellen Unabhängigkeit im Ruhestand.

Dass die Bundesbürger unter 50 Jahren von der gesetzlichen Rente nicht mehr viel zu erwarten haben, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Nach der Einführung des so genannten Nachhaltigkeitsfaktors rechnet der Freiburger Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen damit, dass die Rente in Zukunft nur noch 40 Prozent des durchschnittlich über die Jahre verdienten Bruttogehalts betragen wird. Und ab 2020 müssen 80 Prozent davon, ab 2040 sogar die kompletten Alterseinkünfte versteuert werden.

Je höher der heutige Verdienst, desto größer die zu erwartende Rentenlücke morgen und übermorgen. Denn die staatliche Rentenkasse sichert Einkommen nur bis zu einer Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 63.000 Euro ab. Selbstständige gehen leer aus, es sei denn, sie haben freiwillig eingezahlt.

Den drohenden Fehlbetrag vor Augen, baut mancher klammheimlich auf den letzten Willen anderer. Laut einer Studie der Dresdner Bank werden private Haushalte bis zum Jahr 2015 sagenhafte 2,3 Billionen Euro vererben.

Doch der Vermögenszuwachs per Testament könnte deutlich geringer ausfallen als vermutet. Die höhere Lebenserwartung wird bereits einen großen Teil der heutigen Rentnergeneration zwingen, sein Vermögen selbst zu verbrauchen. Zudem greift der Fiskus bei größeren Summen kräftig zu, jedenfalls dann, wenn nicht ein Teil des Vermögens bereits zu Lebzeiten per Schenkung übertragen wird. Eine Variante, die immer noch viel zu selten zum Zuge kommt, wie Eleatis-Chef Jens Heinneccius findet: "In der Regel wollen die Kinder nicht als Erbschleicher dastehen. Lieber machen sie dem Staat großzügige Steuergeschenke."

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