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14.03.2006
 

Ökotechnik

Das grüne Jahrhundert

Von Michael O. R. Kröher

Die explodierenden Preise für Erdöl und andere Rohstoffe haben auch ihre gute Seite: Die Weltwirtschaft steuert endlich auf einen klima- und ressourcenschonenden Kurs um. Zum Nutzen technologiestarker deutscher Unternehmen.

Die Zukunft kommt auf ganz leisen Sohlen. Kaum jemand hört sie. Nur wer vorn links sitzt, vernimmt ein Wimmern, sobald er mit dem rechten Fuß das Gaspedal durchtritt. Ansonsten: Stille.

Dampfend in die Zukunft: Christian Mohrdieck leitet die Entwicklung von Brennstoffzellen-Antrieben bei DaimlerChrysler. Früher galten er und seine Kollegen als grüne Spinner. Heute ist klar, dass sie über die Zukunft der Autokonzerne mitentscheiden.
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Volker Schrank

Dampfend in die Zukunft: Christian Mohrdieck leitet die Entwicklung von Brennstoffzellen-Antrieben bei DaimlerChrysler. Früher galten er und seine Kollegen als grüne Spinner. Heute ist klar, dass sie über die Zukunft der Autokonzerne mitentscheiden.

Die Zukunft kommt mit Autos, die durch Brennstoffzellen angetrieben werden. Davon ist zumindest Christian Mohrdieck überzeugt. Der Ingenieur leitet das Entwicklungszentrum NuCellSys im schwäbischen Nabern, das DaimlerChrysler Chart zeigen und Ford Chart zeigen gemeinsam vom Brennstoffzellen-Hersteller Ballard Chart zeigen übernommen haben.

Hier werden die Daten aus der Praxiserprobung von 100 "F-Cell"-Autos auf Basis der Mercedes-A-Klasse ausgewertet sowie von ein paar Dutzend Stadtbussen mit Brennstoffzellen-Antrieb. Jedes Mal, wenn so ein Bus anfährt, quellen weiße Schwaden aus dem dicken Auspuffrohr auf seinem Dach. Wie aus den Schloten antiker Dampflokomotiven - doch ohne beißenden Qualm.

Brennstoffzellen-Autos fahren nicht nur geräusch-, sondern auch völlig geruchlos. Sie stoßen keinerlei Schadstoffe aus, weil sie Wasserstoff schonend "verbrennen". Das ist ihr Vorteil. Der Nachteil: Bislang war das Gas schlicht nicht wettbewerbsfähig. Kraftstoff aus Erdöl war einfach unschlagbar billig.

Jetzt brechen neue Zeiten an.

Zwölf Jahre lang mussten sich Entwickler bei DaimlerChrysler den Spott der Kollegen und der Öffentlichkeit anhören. Ihre Brennstoffzellen galten als grüner Spinnkram. Heute, sagt Herbert Kohler, Leiter der Forschungsdirektion Fahrzeugaufbau und Antrieb und Umweltbevollmächtigter bei DaimlerChrysler, müssten "grüne" Technologien wie die Brennstoffzelle "zum Kerngeschäft gehören, wenn ein Unternehmen der Automobilindustrie auch in 20 Jahren noch auf den Weltmärkten mitmischen will".

Kohler steht längst nicht mehr so allein da wie seine Vorgänger. Nahezu alle großen Autokonzerne forschen an Brennstoffzellen.

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