Anhand regelmäßiger ethnologischer Einzelfallstudien und repräsentativer Umfragen ermittelt das Heidelberger Forschungsinstitut Sinus Sociovision seit Mitte der 80er Jahre die Schichtzugehörigkeit und die Wertorientierung der Deutschen.
Die Gegenwart
Wie Milieuforscher die Deutschen von heute sehen
Menschen mit ähnlichem Lebensstil werden von den Forschern zu Gruppen zusammengefasst, den so genannten Sinus-Milieus. Das aktuelle Modell unterteilt die Deutschen in folgende zehn Milieus:
"Konservative": das alte Bildungsbürgertum; gehobene Umgangsformen, konservative Kritik am Zeitgeist.
"Traditionsverwurzelte": die Überlebenden der Kriegsgeneration, der Kleinbürger- oder Arbeiterkultur verhaftet.
"Etablierte": das selbstbewusste Establishment; Erfolgsethik, Luxuskonsum.
"DDR-Nostalgische": die resignierten ostdeutschen Wendeverlierer.
"Bürgerliche Mitte": streben nach Wohlstand, einem sicheren Beruf und einem harmonischen Heim.
"Konsummaterialisten": die materialistische Unterschicht; shoppen gegen die Abstiegsangst.
"Postmaterielle": intellektuelle Selbstverwirklichung statt Karriere um jeden Preis.
"Hedonisten": die junge, spaßorientierte untere Mittelschicht.
"Experimentalisten": die neue Boheme; Individualismus, Spontaneität und Patchwork-Karriere.
"Moderne Performer": die junge, unkonventionelle Leistungselite.
Sinus hat die Weiterentwicklung der deutschen Milieulandschaft bis zum Jahr 2020 prognostiziert. manager magazin veröffentlicht exklusiv die Ergebnisse.
Einige grundlegende Trends sind dabei durch die Demografie festgelegt: Das Durchschnittsalter wird steigen, die Einwohnerzahl abnehmen - insbesondere in Ostdeutschland. Das bereits heute relativ "alte" Milieu der DDR-Nostalgiker stirbt aus. Die ebenfalls alten Milieus der Konservativen und Traditionalisten schrumpfen. Die drei "jungen" Milieus der Hedonisten, Experimentalisten und modernen Performer wachsen.
© manager magazin 2/2006
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