07.03.2006
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Aldi

Die Inventur

Von Michael Freitag, Wolfgang Hirn und Christian Rickens

4. Teil: Die klare Nummer eins

Wie es genau um den Konzern steht, dafür gibt es nur Anhaltspunkte. Immerhin veröffentlicht Aldi seit einigen Jahren - allerdings regelmäßig sehr spät - die Ergebnisse seiner 66 deutschen Regionalgesellschaften.

Noch die klare Nummer eins: Alle schauen darauf, was die Albrechts machen
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Noch die klare Nummer eins: Alle schauen darauf, was die Albrechts machen

manager magazin hat die bis Anfang 2006 bei den Amtsgerichten eingegangenen Zahlenwerke für 2004 ausgewertet. Das Ergebnis: Der Umsatz je Filiale sank bei Aldi Nord um gut 4, das Geschäftsergebnis je Filiale gar um rund 14 Prozent. Und die ausgewiesene Umsatzrendite, 2001 noch über 4 Prozent, sank auf knapp 3 Prozent.

Während die Zahlen von allen 35 Nord-Gesellschaften vorliegen, haben längst nicht alle der 31 Süd-Regionen die Bilanzen eingereicht. In Karls Reich nimmt man es nicht ganz so genau mit der Pflicht, die Ergebnisse spätestens zum Ende des Folgejahres zu veröffentlichen.

Während Aldi stagniert, legt die Konkurrenz teilweise deutlich zu. Lidl eröffnet weiter einen Markt nach dem anderen und ist 2005 laut Schätzung des Marktforschungsinstituts Planet Retail um 7 Prozent gewachsen. Auch die Rivalen Plus, Penny und Netto, Töchter der Einzelhandelskonzerne Tengelmann, Rewe beziehungsweise Edeka, greifen an: Plus-Chef Michael Hürter, ein ehemaliger Aldi-Manager, will bis 2010 europaweit mindestens 1000 neue Filialen eröffnen.

Und das auf einem Markt, der bereits gesättigt scheint. In Deutschland haben die Menschen ihre Ausgaben für Lebensmittel schon seit Jahren nicht mehr erhöht; und selbst der Anteil des Discounts am Lebensmittel-Einzelhandel wächst kaum noch.

Noch ist Aldi die klare Nummer eins am Markt. Alle schauen darauf, was die Albrechts machen. Das Konzerndoppel aus Essen und Mülheim ist so etwas wie die Opec des deutschen Einzelhandels: Senkt Aldi die Preise, etwa für Milch, zieht die Konkurrenz umgehend nach. Erhöht Aldi, atmen die anderen erleichtert auf - und machen mit.

Entsprechend selbstbewusst gibt man sich im Umfeld der Familie Albrecht: "National wie international ist kein Unternehmen erkennbar, das Aldi gefährlich werden könnte. Aldi entwickelt sich weiter nach vorn."

Möglicherweise ein Trugschluss: "Auch ein Unternehmen wie Aldi ist nur so stark wie seine Marktposition. Und die erodiert", sagt Thomas Roeb, Aldi-Experte und Professor für Handelsbetriebslehre an der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg (siehe: "Die Situation ist gefährlich") .

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