Von Klaus Boldt
Adams, der sich zugute halten kann, mit einigen trickreichen, wenngleich nicht immer rechtzeitig ergriffenen Wendemanövern im Vertrieb das Schlimmste verhindert zu haben, behauptet zwar: "Wir stehen derzeit nicht zum Verkauf", fügt aber Sekunden später hinzu, "dass man in so einer Phase auch über einen Verkauf nachdenkt". Das sei doch nur "logisch".
|
|
|
|
|
Eine eigene kleine Welt Bitte klicken Sie einfach auf ein Bild, um zur Großansicht der Märklin-Loks zu gelangen. |
Die magnetische Wirkung indes, die die Kultmarke auf Firmenjäger ausübt, ist relativ schwach. Der Verkauf gestaltet sich mühsamer als befürchtet. Auch eine Gesellschafterversammlung, die Mitte Januar stattgefunden haben soll, hat offenbar daran nichts geändert.
Internen Berechnungen zufolge liegt der Firmenwert bei 90 bis 100 Millionen Euro. Doch so viel will kein Finanzier springen lassen. Bei HG Capital heißt es: "Die Marke Märklin hat einen gewissen Reiz. Aber wo ist ihr Wachstum? Und ein Börsengang erscheint auch unmöglich."
Das Schwabenhaus, das jahrelang einem Modell-Etepetismus gefrönt hatte, mit einer Neigung zu teuren Kinkerlitzchen, ist der Billigkonkurrenz aus Fernost nahezu schutzlos ausgeliefert. Zu schweigen von einer Kundschaft, die statt auf Lokomotiven ganz versessen ist auf Spielekonsolen. Märklin-Betriebsrat Jan Kosak meldet: "Die Belegschaft ist in großer Sorge."