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28.02.2006
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Märklin

Lokruf aus Schwaben

Von Klaus Boldt

Der schwäbische Modellbahnbauer Märklin braucht Hilfe. Das Traditionsunternehmen ist der Billigkonkurrenz aus Fernost nahezu schutzlos ausgeliefert. Und der Verkauf der angeschlagenen Kultmarke gestaltet sich mühsam.

Der Niedergang der schwäbischen Traditionsfirma Märklin setzt sich unvermindert, ja schwunghaft fort und ähnelt immer mehr den traurigen Stadien des Welkens und Vergehens. So bleibt auch die Neujahrsansprache von Firmenchef Paul Adams (47) ohne jeden Überraschungseffekt: "Unser Umsatz ist 2005 gesunken."

Majestätisch: Dampflok der Königlich Bayerischen Staatsbahn
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DPA

Majestätisch: Dampflok der Königlich Bayerischen Staatsbahn

In der Tat, das ist nichts Neues, sondern, wie Statistiker berichten, schon das dritte Mal in Folge: Es steht schlecht um die einstige Ikone des bundesdeutschen Freizeit- und Spielverhaltens.

Über die genaue Höhe des Schwunds verweigert Adams die Aussage: Er habe noch nicht nachgerechnet. Doch seine Stimme klingt, als seien ihm die Einnahmen bis auf die Knöchel gerutscht. Ortskundige Zahlenmenschen wollen etwas von "115 Millionen Euro" (Vorjahr: 143 Millionen Euro) erahnen und von einer Bilanz, die möglicherweise von ein paar knallroten Zahlen verunziert wird.

Wenn es so weitergeht - 2002 lag der Umsatz noch bei 170 Millionen Euro -, dann ist vom weltgrößten Modelleisenbahn-Hersteller bald nichts mehr übrig.

Königlich mit Anhang: Modell der Schnellzuglokomotive 54562 Knuffig: Nebenbahnlokomotive Baureihe E 69 der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft (DRG) Nützlich: Hochbordwagen E 040 der Deutschen Bundesbahn (DB), eingesetzt für Schrott-Transporte Gewaltig: Dampflokomotive

Eine eigene kleine Welt
Bitte klicken Sie einfach auf ein Bild, um zur
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In den nächsten zwei Jahren, heißt es, komme Märklin nicht umhin, weitere 70 Stellen zu streichen, im schlimmsten Fall sogar doppelt so viele. Seit Anfang 2004 wurde die Zahl der Beschäftigten bereits um 670 auf 1350 gesenkt.

Nach Ermittlungen der Beratungsfirma Wieselhuber & Partner, auf Drängen der Gläubigerbanken alarmiert, käme es dem Allgemeinbefinden Märklins auch unbedingt entgegen, wenn weitere Teile der Fertigung vom Stammsitz Göppingen nach Ungarn und die Logistik aus dem thüringischen Sonneberg nach Nürnberg wanderten.

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