Der Ton war freundlich, die Worte scharf wie Glassplitter: "Nehmen Sie es nicht persönlich, aber ich hasse Deutsche." Der Satz fiel vor 31 Jahren. Zu hören bekam ihn Wulf von Schimmelmann von einem US-Manager, dessen Maschinenbaufirma er als junger McKinsey-Berater durchleuchten sollte.
Es war eine Begegnung ganz besonderen Art", erinnert sich der heutige Postbank-Chef: "Aber seither weiß ich, dass man besonders im Umgang mit Kollegen darauf achten muss, dass jeder seine eigene Agenda mitbringt." Was er daraus gelernt hat?
Die Antwort kommt prompt: "Ich versuche stets herauszufinden, was jemanden bewegt, damit ich einschätzen kann, wie ich mit seinen Äußerungen umgehen muss."
Es sind solche Begegnungen und Erlebnisse - von denen oft nur die Familie weiß -, die den Führungsstil von Topmanagern nachhaltig prägen. Meist haben Lehrer, Freunde oder auch - wie im Fall von Schimmelmann - Kunden weit größeren Einfluss auf das Verhalten prominenter Wirtschaftsführer als die Standardformeln hochgejubelter Beratergurus oder die Instant-Lehrsätze der gängigen Managementfibeln.
manager magazin fragte namhafte Unternehmenslenker nach ihren prägendsten Erfahrungen. Wer erleichterte ihnen mit hilfreichen Tipps den Start? Wer beeinflusste sie durch seine Haltung? Wer diente ihnen gar als Vorbild?
Die Antworten liefern überraschende Einblicke in Wege und Werte von Männern und Frauen, die es an die Spitze geschafft haben. Der Blick zurück zeigt auch, wie wichtig persönliche Leitfiguren sind und dass es darauf ankommt, entscheidende Situationen zu erkennen und die richtigen Schlüsse für das eigene Vorankommen zu ziehen.
Zwölf Manager und Unternehmer aus unterschiedlichsten Altersgruppen und Branchen erzählen sehr persönlich, wie sie lernten, worauf es bei der Führung eines Unternehmens ankommt und wie sie ihren eigenen Führungsstil entwickelten. Kurz: wie sie wurden, was sie sind.