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18.08.2005
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Jim Rogers

Der rasende Investor

Von Jonas Hetzer

7. Teil: Die Tochter lernt bereits Chinesisch

Als der Eiserne Vorhang fiel, wettete er auf fallende Kurse an der Wiener Börse. Die Euphorie über die neuen Märkte Osteuropas hielt er für übertrieben. Ein Fehler, der Rogers viel Geld gekostet haben dürfte. Der österreichische Leitindex ATX legte seit Anfang 1990 über 140 Prozent zu. An den für das Wiener Kursfeuerwerk ursächlichen Boom Polens, Ungarns oder Tschechiens will Rogers aber noch immer nicht glauben. Nach wie vor ist er überzeugt, dass die postkommunistischen Staaten des alten Ostblocks harten Zeiten entgegensehen.

Zukunftspläne in China: Rogers ist so fasziniert von der rasanten Entwicklung im Reich der Mitte, dass er mit seiner Familie schon bald nach Shanghai ziehen will
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DPA

Zukunftspläne in China: Rogers ist so fasziniert von der rasanten Entwicklung im Reich der Mitte, dass er mit seiner Familie schon bald nach Shanghai ziehen will

Ähnlich gefestigt, aber völlig entgegengesetzt, ist Rogers' Sicht auf China. "Die Chinesen sind die besten Kapitalisten der Welt", meint er. Als Beleg erzählt er die Geschichte von Herrn Ji, den er 1988 traf, als er das erste Mal durch das Reich der Mitte reiste. Der einstige Landarbeiter hatte damals gerade einen Imbiss in der Wüstenstadt Dunhuang aufgemacht. Als Rogers ihn ein gutes Jahrzehnt später wiedertraf, gehörten Herrn Ji mehrere Restaurants, ein paar Hotels und eine Textilfabrik.

Seit 1999 hat der Amerikaner ein Wertpapierdepot in Shanghai. Damals kaufte er eine Menge Aktien unterschiedlichster Unternehmen. Was die Titel heute wert sind, interessiert ihn nicht, er will sie für immer behalten. "Ich müsste ziemlich dumm sein, sie heute zu verkaufen", sagt er. "Es wäre, als würden Sie 1903 Aktien in New York kaufen und sie schon 1907 wieder losschlagen."

Anlegern, die jetzt einsteigen wollen, rät er allerdings zur Vorsicht. Die chinesische Wirtschaft, vor allem die Immobilienmärkte, warnt er, seien überhitzt. Die Börse könnte noch in diesem Jahr unter Druck kommen: "Irgendwann muss es Rückschläge geben."

An seiner Einschätzung, dass China die Supermacht des 21. Jahrhunderts wird, ändern kurzfristige Turbulenzen nichts. Und weil er glaubt, dass Chinesisch schon bald die global dominierende Sprache sein wird, lernt sie sein Baby-Girl bereits heute. Ihre Nanny, eine Chinesin, darf nur in Mandarin mit der kleinen Hilton Augusta sprechen.

Rogers' China-Euphorie geht sogar so weit, dass er darüber nachdenkt, New York zu verlassen und nach Asien umzuziehen. In diesem Sommer schaut er sich mit Frau und Baby in seiner Traumstadt Shanghai um. Für die beiden ist es ein Test. Doch für Rogers scheint die Entscheidung festzustehen. Es wäre sein Leben Nummer vier.

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