Von Klaus Ahrens und Hanno Pittner
Das Fest am Quai de l'Ile zu Genf ist großartig, erst recht gemessen am winzigen Anlass. 650 Gäste, prächtig hergerichtet mit großer Garderobe, in den Gläsern Champagner, versammelt an diesem frischen April-Abend um ein zierliches Objet de plaisir - einen goldglänzenden, fröhlich tickenden Rundling von stolzen 163 Gramm.
Gefeiert wurde das neueste Modell aus dem Hause Vacheron Constantin, eine Uhr aus 834 Teilen mit 16 Komplikationen, ablesbar auf Vor- und Rückseite. Sein Name: Tour de l'Ile, Preis: 1,2 Millionen Euro.
Mit dem teuren Täufling markiert die Manufaktur ein bedeutsames Jubiläum. Exakt 250 Jahre zuvor hatte hier der Uhrmacher Jean-Marc Vacheron begonnen, seine Werke zu signieren - der Beginn einer fortwährenden, wenn mitunter auch wechselhaften Unternehmensgeschichte.
Zugleich markiert die Uhr einen Meilenstein in der Produktion mechanischer Zeitmesser: Gehandelt als eine der bislang kompliziertesten Armbanduhren, steht sie für den Trend der diesjährigen Uhrenmessen in Basel und Genf.
Und der lautet: Immer mehr Teile pro Uhr, immer mehr Komplikationen, immer höhere Preise. Die Eine-Million-Euro-Grenze ist kein Hindernis mehr.
Und wenn das mit dem Innenleben der Uhr nicht zu erreichen ist, dann tut's auch ein brillantenübersätes Äußeres, wie es auf der "Baselworld"-Messe im Pavillon von Breguet zu bewundern war.
© manager magazin 6/2005
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