Von Klaus Ahrens
Im Altbau sind derweil Maurer beschäftigt, von den Decken hängen Kabel, silbrige Abluftrohre werden installiert - das Haus soll im September als stolze Edelmanufaktur erstrahlen, ausgestattet nach Uhrväter-Sitte. Eine satte Millioneninvestition.
Geld spielt keine Rolle; schließlich ist der Schweizer Haute Horlogerie seit mehr als einer Dekade märchenhafter Erfolg beschieden. Die noblen Marken der Swatch Group
, zu der Blancpain neben Montres Breguet und Jaquet Droz gehört, haben ihren Umsatz im vergangenen Jahr um 25 Prozent gesteigert.
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"Insgesamt hat sich seit 1998 der Export der Schweizer Zeitmesser mit klassischer Technik", notierte die "Neue Zürcher" erfreut, "auf über sechs Milliarden Franken verdoppelt." Kenner rechnen dieses Jahr mit einem Umsatzwachstum von gar 35 Prozent.
Auch bei Jaeger-LeCoultre gab es vergangenes Jahr rund 20 Prozent Plus. Wie eine Gralsburg erhebt sich blinkend weiß die mächtige Manufaktur am Seeufer von La Sentier, drei Kilometer nördlich von Le Brassus. Das piekfein gestaltete Luxusschloss, seit fünf Jahren bei der Richemont-Gruppe, ist Werkstätte für mehr als 900 Uhrenschmiede, 70 sollen in diesem Jahr noch dazukommen.
Hier, wo die berühmte "Reverso" entsteht, einst mit Drehmechanismus zum Schutz gegen die Rauheiten beim Polosport entwickelt, wirken Magier der Verfeinerung. Wie der Mechanikus Eric Coudrey, der die erste Uhr in die Welt gesetzt hat, die sich allein von Temperaturschwankungen antreiben lässt.