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15.07.2005
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Beruf kontra Privatleben

Schwieriger Spagat

Von Judith-Maria Gillies

7. Teil: Die Befriedigung

Das geht auch mit einer voll gepackten Arbeitswoche wie bei Claudia Rutt. Als Geschäftsführerin der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei in Tübingen arbeitet die Diplomkauffrau heute viel länger als in ihrem früheren Beruf als Versicherungsangestellte. Sie hält Vorträge auf Ärztekongressen, wirbt Spender an, organisiert Events, baut eine Dependance in Brasilien auf. So pushte sie eine kleine Bürgerinitiative zur weltweit größten Stammzellenspenderdatei.

  Claudia Rutt, die Sozialarbeiterin:    Früher arbeitete sie als Vorstandsassistentin beim Kölner Versicherungskonzern Gerling. Heute ist Claudia Rutt Geschäftsführerin der Dt. Knochenmarkspenderdatei, die sie zur weltweit größten Organisation dieser Art aufgebaut hat. Anlass für diesen Radikalschwenk war die Leukämieerkrankung ihrer Schwägerin. Bis heute hat Rutt 7200 Stammzellenspenden vermittelt.
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Thomas Rabsch

Claudia Rutt, die Sozialarbeiterin:
Früher arbeitete sie als Vorstandsassistentin beim Kölner Versicherungskonzern Gerling. Heute ist Claudia Rutt Geschäftsführerin der Dt. Knochenmarkspenderdatei, die sie zur weltweit größten Organisation dieser Art aufgebaut hat. Anlass für diesen Radikalschwenk war die Leukämieerkrankung ihrer Schwägerin. Bis heute hat Rutt 7200 Stammzellenspenden vermittelt.

Das Powern zahlt sich aus: "Die Arbeit geht mir durch Leib und Seele, sie frisst jede Faser von mir auf - im Positiven wie im Negativen", so die umtriebige Geschäftsfrau. "Obwohl mir die DKMS nicht gehört, kommt es mir vor, als sei sie ein Stück von mir."Typisch: Wer sich mit der Arbeit identifiziert, lebt ausgeglichener. "Entscheidend ist, dass alles, was getan wird, mit positivem Stress besetzt ist", so ZfM-Chef Mastiaux. Und Kienbaum-Manager Niermeyer hat bei der Personalauswahl einen Work-Life-Balance-Praxistest der besonderen Art auf Lager. Kandidaten stellt er die provokante Frage: "Sie machen einen ausgeglichenen Eindruck und scheinen vielfältige Interessen zu haben.Was wollen Sie in einem Job, der Sie mit 60 Wochenstunden auffrisst?" Die Reaktion, da ist sich der Fachmann sicher, verrät, ob sich der Bewerber schon mit dem Thema auseinander gesetzt hat - so wie der Manager, der antwortet: "Zeit für einen Theaterbesuch muss hin und wieder drin sein. Anschließend habe ich auch wieder Lust, mich mit dem Notebook zu beschäftigen." BCG-Aussteiger Shaw, mittlerweile Vater zweier Kinder, setzt genau auf dieses Modell. Nach der Aufbauphase von Art Matters fasste er den Vorsatz: "Ab jetzt definiert nicht die Firma mein Arbeitspensum, das tun meine persönlichen Bedürfnisse."Für ihn hat sich der Absprung aus dem Angestelltenjob in die Selbstständigkeit trotz Zehnstundentagen und Nachtschichten ohne Frage gelohnt: "Als mein Sohn Simon laufen lernte, war ich dabei!"

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