Von Eva Müller
Schneller, höher, weiter
Ein strenges Scorecard-System, dessen Ergebnisse in den Montagehallen aushängen, zeigt den Angestellten ständig, ob sie schnell, effizient und sorgfältig genug arbeiten. Schritt für Schritt führte FSC in den vergangenen Jahren für jeden einzelnen Prozess ein eigenes Kontrollsystem ein.
Sensoren lösen schon bei geringsten Abweichungen von der Norm Alarm aus. So steht etwa am Ende jedes Bandes eine Teststation. Fallen dort mehr Fehler auf als üblich, wird sofort der gesamte Ablauf überprüft und der Fehler beseitigt.
"Weil wir die Topingenieure im Haus haben, können wir auch komplexe Probleme direkt lösen", erklärt Eßer. "Deshalb fallen bei uns zum Beispiel in der Motherboard-Produktion pro Million Stück nur 6800 Fehler an. Bei den Boards, die wir in Asien einkaufen, ist die Fehlerrate mehr als doppelt so hoch."
Den knallharten Vergleich bezieht der Geschäftsführer aus den ständigen Benchmark-Studien, in denen sich FSC mit der Konkurrenz misst. "Wir sind in Logistik und Produktion mindestens genauso gut wie Dell", behauptet denn auch CEO Bischoff.
Outsourcing-Anbieter wie der Produktionsexperte Flextronics
hätten mit Lohnkosten von 13 Dollar pro PC keine Chance gegen die hauseigene Produktion. "Bei den Auftragsfertigern holen wir immer wieder Angebote ein. Doch die sind sogar an Standorten in Osteuropa wesentlich teurer als wir."
Wohl auch, weil bei FSC jeder Verbesserungsvorschlag aus dem Team ernst genommen wird. Unlängst habe ein Mitarbeiter, der PC in Kisten verpackt, eine neue Kartonform vorgeschlagen, in die statt sechs zehn Rechner passen, erzählt Bischoff: "Wir haben die Idee umgesetzt und sparen so übers Jahr etliche Millionen an Transportkosten ein."
Mit solchen Produktivitätsverbesserungen hat FSC seine Kostenposition seit dem Jahr 2000 regelmäßig um 8 Prozent pro anno verbessert. Dieses Jahr will der FSC-Chef rund 25 Millionen Euro an zusätzlicher Produktivität herauskitzeln - abermals eine Steigerung um 8 Prozent.