Von Patricia Döhle
Immerhin: Die 1,8 Millionen Euro, die er mit 60 braucht, um seinen Job als SAP-Berater an den Nagel hängen zu können, sind ihm bei gleich bleibendem Sparvolumen so gut wie sicher.
Am meisten Zeit, da sind sich alle Finanzplaner einig, nimmt die Bestandsaufnahme in Anspruch. Das lückenlose Erfassen von Vermögen und Schulden, Ein- und Ausgaben, Zielen und Risiken. Erst dann kommt der spannende Teil: die Analyse und - im Gespräch mit dem Kunden - der Entwurf einer Strategie.
"Wir sehen uns als Sparringspartner des Kunden", erläutert Michael Huber (31), vom VZ Vermögenszentrum in München. "Wir helfen ihm, seine finanziellen Lebensziele zu erreichen."
Hört sich leichter an, als es ist. Der Prozess ist für die Kunden mitunter durchaus aufreibend und anstrengend. "Man muss sein ganzes Leben auf den Punkt bringen", beschreibt Andrea Throm ihr Gespräch mit den Finanzplanern. "Und man bekommt manchmal sehr unangenehme Wahrheiten gesagt."
Etwa die, dass sich die Multimedia-Expertin ihren heimlichen Wunsch, mit 60 auszusteigen, abschminken kann - trotz ihres überdurchschnittlich hohen Einkommens. Froh darüber, dass sie die Finanzplanung durchgezogen hat, ist Throm dennoch: "Ich weiß: Das, was ich mir jetzt vorgenommen habe, das schaffe ich auch. Jedenfalls habe ich keine Angst mehr vor großen Zahlen."
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