Von Klaus Werle
Aufstieg statt Ausstieg - Zupackende Realisten
Auch Norman Zenke legt Wert auf Unabhängigkeit. Nach seinem Examen im Herbst an der Hochschule für Technik und Wirtschaft im sächsischen Mittweida will der Betriebswirt zunächst einige Jahre in die Logistikabteilung eines Druckmaschinenherstellers gehen - um Erfahrung zu sammeln.
Karriere geht vor: Jenny Bofinger ist der Traum der Personaler. Die 23-jährige BWL-Studentin ist nur noch ein Semester vom Diplom entfernt, MBA in den USA sowie zahlreiche Praktika inklusive. Aber Bofinger weiß auch, was sie fordern kann: "Ich lege Wert auf einen guten Namen - je renommierter die Firma, desto interessanter die Kunden."
Durchaus zum Vorteil der Wirtschaft, wie Hurrelmann findet: "Sie sind erheblich besser zu motivieren und einzusetzen als die Generationen vor ihnen." Die waren oft zu selbstverliebt - statt selbstbewusst. "Wir registrieren jetzt die Rückkehr eines gesunden Sinns für Realität unter den Berufsanfängern", sagt Tobias Nickel, Leiter des BMW-Recruitings. Die Absolventen können heute viel besser beurteilen, was sie erwarten dürfen - und was von ihnen erwartet wird.Dem Rest der deutschen Gesellschaft ist die pragmatische Generation damit weit voraus. Viele aktuelle Debatten hält sie für Gespensterdiskussionen. "Es wird zu viel geredet und zu wenig getan", sagt ein angehender Wirtschaftsingenieur, "in anderen Ländern arbeitendie Menschen viel länger - und sind trotzdem glücklich."