Von Klaus Werle
Anpacken oder auswandern? Die ersten Absolventen, die in der Dauerflaute aufgewachsen sind, erreichen den Arbeitsmarkt. Das Porträt einer ernüchterten Generation.
Okay, so sieht's aus: Deine Rente ist futsch. Die Wirtschaft stottert. Jobs sind rar, und deine Mitbewerber kommen nicht mehr aus Bielefeld und Nürnberg, sondern aus Madrid und Shanghai.
Krankenversicherung, Staatsfinanzen, Bildung - alles im Eimer. Politiker denken nur an die nächste Wahl, Konzernchefs an die Rendite. Nur an dich denkt keiner. Also musst du es selbst tun.
Jetzt nur nicht nervös werden. Oder jammern. Es bringt ja nichts. Du kannst eh nichts ändern. Lieber zupacken. Flexibel sein. Effizient. Schnell. Vor allem schnell. Du kannst es schaffen. Streng dich an. Mach was draus. Und zwar schnell. Vor allem schnell.
Denn der Druck ist enorm: Selten zuvor waren die Erwartungen an deutsche Hochschulabsolventen größer als heute - und selten zuvor bot ihnen das Land eine derart trübe Perspektive. Die Studenten, die gerade die Uni verlassen oder kurz vor dem Examen stehen, treffen auf eine erstarrte Republik: Generation Stillstand. Zugleich verlangt die Krise von ihnen, immer besser, immer schneller zu sein: Generation Atemlos.
In der Umfrage "Generation 05" hat manager magazin in Kooperation mit McKinsey mehr als 1000 Studenten im Hauptstudium befragt, die kurz vor dem Eintritt ins Berufsleben stehen.
Die große Mehrheit der Befragten ist zwischen 22 und 29 Jahre alt (Durchschnittsalter: 25) und studiert Wirtschaft, Jura, Medizin, Natur-, Ingenieur- sowie Geisteswissenschaften. In der repräsentativen Befragung durch das Meinungsforschungsinstitut Psephos geben sie Auskunft über ihre Pläne, Sorgen, Werte und Wünsche.
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