Mittwoch, 8. Februar 2012, 06:34 Uhr

manager magazin



14.04.2005
 

Was macht eigentlich

Brigitte Koppenhöfer?

Von Dietmar Student

Wenn es nach dem Willen der Staatsanwälte geht, wird der Mannesmann-Prozess demnächst neu aufgerollt. In erster Instanz beeindruckte die deutsche Publizistik sechs Monate lang vor allem Richterin Brigitte Koppenhöfer als Mensch gewordene Gerichtsbarkeit.

Als Brigitte Koppenhöfer (53) im Sommer 2004 den spektakulärsten Wirtschaftsprozess der Nachkriegsgeschichte nach souveräner, unaufgeregter Verhandlungsführung in erster Instanz beendete, hinterließ sie bei vielen Beobachtern das beruhigende Gefühl: Ja, es gibt in Deutschland eine unabhängige Justiz.

  "Kein Respekt vor großen Namen":  Richterin Brigitte Koppenhöfer erntete viel Lob
Zur Großansicht
DPA

"Kein Respekt vor großen Namen": Richterin Brigitte Koppenhöfer erntete viel Lob

"Kein Respekt vor großen Namen", überschrieb die "FAZ" einen Artikel über die Richterin; als "Justitias mutige Retterin" pries sie die "Welt am Sonntag".

Die Zeiten solch blumiger Elogen sind vorbei. Alltag ist eingekehrt in Zimmer 105 des Düsseldorfer Landgerichts: ein Schreibtisch, eine Besprechungsecke mit zwei Stühlen, hinter einem giftgrünen Stoffvorhang die Nische mit Waschbecken und Spiegel. Laut tickt die Wanduhr. So wisse man stets, "wem die Stunde schlägt", sagt die Frau durch mittelschweren Parfümduft hindurch, mit einem Appeal in der Stimme, der für dreimal lebenslänglich reicht.

Noch nie im Laufe ihrer 25-jährigen Justizkarriere sei versucht worden, derart massiv auf einen Prozess Einfluss zu nehmen, erklärte sie nach der Urteilsverkündung: Angeklagte wie Ankläger instrumentalisierten die Presse, Politiker werteten vorschnell.

Fast alle Stammtische Deutschlands haben ihr geschrieben, Feministinnen wollten sie ganz für sich ("Endlich mal eine Frau, die einen wichtigen Prozess führt"); bevorzugt nachts ereilten sie telefonische Morddrohungen von geistig Verwirrten.

Polizeischutz lehnte sie ab; der Gedanke, die resolute Frau ("Ich habe starke Nerven") könnte sich in brenzligen Situationen selbst helfen, ist so abwegig nicht. Es gilt mit Fehlurteilen aufzuräumen: Angeblich sei sie 1,60 Meter klein, konnte sie lesen, in Wahrheit misst sie 15 Zentimeter mehr. Richtig gestellt hat sie das nie.

Diesen Artikel...

Social Networks

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon
  • Windows Live
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yigg











Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service manager magazin mobilmm mobil Twitter-FeedsTwitter-Feeds
Angebote von A bis ZAngebote von A-Z SPIEGEL-Gruppe - Nachdruckrechte und LizenzenNachdrucke WährungsrechnerWährungsrechner
Ihr persönliches DepotDepot Newsletter-Abo: managerupdateNewsletter-Abo Werbung buchenWerbung buchen
E-MailE-Mail RSSRSS-Newsfeed Info: Wir über unsWir über uns
KurseKurse Der Shop von manager magazin und Harvard Business ManagerShop manager-magazin.de als Startseite einrichtenmm.de als Startseite
Partnerangebote
Analysieren Sie online Ihren Standort im Vergleich zu den Besten mit CONTOR-REGIOContor-Regio:
Analysieren Sie
online Ihren Standort
Seminarmarkt: Tanken Sie KarrierewissenSeminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
imedo Arztsuche: Ärzte, Therapeuten, Heilpraktiker und Apothekenimedo:
Ärzte, Heilpraktiker, Apotheken
Handytarife: Finden Sie den passenden TarifHandytarife:
Finden Sie den passenden Tarif
Medführer: Finden Sie Ihren Arzt oder Ihre KlinikMedführer:
Finden Sie Ihren Arzt
oder Ihre Klinik
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug?GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Nach oben