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08.03.2005
 

Technologie

"Da muss man powern"

Von Arno Balzer

2. Teil: Zuversicht für die Autobranche

mm: Was ist daran so neu?

Henzler: Nach der Fertigung wandern jetzt auch Forschung und Entwicklung ab. Deutschland galt mal als Apotheke der Welt. Etwa 40 bis 50 Prozent der Weltpharmaforschung wurden hier zu Lande betrieben. Heute finden 70 Prozent in den USA statt. Und die biomedizinische Forschung, die über unsere längerfristige Zukunft entscheidet, spielt sich zu 95 Prozent in US-Laboratorien ab. Ganz generell gilt: Deutschland zeigt ausgeprägte Schwächen in der Spitzentechnologie. Wir haben im letzten Jahrzehnt beim Weltmarktanteil forschungsintensiver Güter 3,5 Prozentpunkte verloren.

  Abgerutscht ins Mittelfeld:  Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Prozent des Bruttoinlandsprodukts
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mm

Abgerutscht ins Mittelfeld: Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Prozent des Bruttoinlandsprodukts

mm: Es ist bei weitem nicht alles so schlecht. Kürzlich attestierte der Präsident des Europäischen Patentamtes deutschen Forschern Weltklasse. Danach sind sie bei Patentanmeldungen in Europa die Nummer eins, weltweit hinter den Vereinigten Staaten die Nummer zwei. Ihre Stärken liegen - notabene - in der Chemie ebenso wie in der Physik, im Ingenieurwesen, der Halbleitertechnik und Biotechnologie. Wir sind doch patenter, als man meint.

Henzler: Die Zahlen sind erfreulich. Aber bislang wird nur jedes dritte Patent später auch genutzt. Übrigens, die Deutschen waren immer schon Weltmeister im Erfinden - von der Kernspaltung über den Computer bis zum Fax. Vermarktet haben diese Neuheiten allerdings häufig andere Nationen. Es gibt wenige Beispiele, wo wir technologische Veränderungen vorweggenommen und mitgestaltet haben. Das Softwareunternehmen SAP Chart zeigen ist die rühmliche Ausnahme.

mm: Auch die deutsche Automobilindustrie zählt zur Weltspitze.

Henzler: Ja, sie hat in den vergangenen zehn Jahren die Zeichen der Zeit erkannt und massiv in die technologische Entwicklung investiert. Hier bin ich zuversichtlich, weil die Autobranche die kritische Masse hat, bei den Konzernen ebenso wie bei den Zulieferern.

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