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23.03.2005
 

Jobrisiko

Plötzlich draußen

Von Wolfgang Hirn und Claus G. Schmalholz

Die Verunsicherung unter den Managern wächst. Selbst die Erfolgreichen müssen inzwischen den Rauswurf fürchten. Viele fragen sich, wie sicher ihr Job noch ist.

Wenn Heinz Müller (Name von der Redaktion geändert) ein bisschen Bewegung braucht, wandert er gern im Park seiner Heimatstadt. Von dort oben bietet sich ein traumhafter Blick über die Stadt - und auf die Dächer seiner ehemaligen Firma.

  Jobrisiko:  Die Angst vor dem Rauswurf geht um in deutschen Führungsetagen. Was tun, wenn es einen trifft?
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André Zelck

Jobrisiko: Die Angst vor dem Rauswurf geht um in deutschen Führungsetagen. Was tun, wenn es einen trifft?

Fast 30 Jahre lang war der IT-Spezialist bei dem Unternehmen, das rund 1000 Mitarbeiter beschäftigt. Dann wurde er abserviert, von einem Tag auf den anderen. Müller fiel einem Konflikt zum Opfer, wie er sich derzeit tausendfach in deutschen Unternehmen abspielt.

Überall werden Unternehmen neu ausgerichtet, verschlankt, verlagert, zusammengelegt oder gleich ganz verkauft. Die Folge: Viele Jobs fallen weg.

Die Deutsche Bank Chart zeigen und die Commerzbank Chart zeigen wollen im Investmentbanking tausende Arbeitsplätze abbauen. Beim Handelsunternehmen Spar wird knapp die Hälfte aller Führungspositionen gestrichen. Der IT-Konzern SAP Chart zeigen verlagert immer mehr Forschungs-, aber auch Verwaltungsjobs ins Ausland.

Bedroht sind vor allem Managementpositionen in der Industrie. Eine aktuelle Studie der Boston Consulting Group (BCG) sagt voraus: Wenn sich an den Standortbedingungen nichts ändert, wird ein Viertel aller deutschen Industriejobs in den kommenden zehn Jahren ins Ausland verlagert werden. "Leitungsfunktionen wandern zwangsläufig mit ab", sagt BCG-Berater Peter Strüven, einer der Autoren der Studie.

Nur bei Ausnahmeunternehmen wie BMW Chart zeigen oder Bosch herrscht Hoffnung. Hans-Gerd Holtkamp, Personaldirektor bei Bosch in Stuttgart, bekennt sich zum Standort: "Die Kerngebiete unserer Forschung werden in Deutschland bleiben."

Es gilt die Faustregel: Je mehr ein Manager mit der Produktion zu tun hat, desto gefährdeter ist seine Stelle.

Es sind eben nicht nur Fabrikarbeiter bei Opel, nicht nur Verkäuferinnen bei Karstadt, die ihren Arbeitsplatz verlieren. Der Jobkiller klettert hoch bis in die Führungsetagen. Auf der Strecke bleiben dabei immer öfter erfahrene und erfolgreiche Manager, die bis dahin nie geglaubt haben, dass es einmal auch sie selbst erwischen könnte.

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