Von Claus G. Schmalholz und Viktoria Unterreiner
mm: In Ihrem Buch "Geheime Tricks für mehr Gehalt" schildern Sie die beste Vorgehensweise für ein Gehaltsgespräch. Wie lauten Ihre wichtigsten Tipps?
Wehrle: Führen Sie das Gespräch nicht am Jahresende, weil Ihr Chef dann von vielen Mitarbeitern derartige Anfragen bekommt. Bleiben Sie sichtbar im Unternehmen.
Schicken Sie zu Meetings nicht Ihre Assistentin, sondern erscheinen Sie selbst, auch wenn Sie es für Zeitverschwendung halten. Nur wer seinem Vorgesetzten auffällt, kann mit guten Leistungen in Verbindung gebracht werden.
mm: Wie erreicht man denn, dass der Chef die Leistung auch entsprechend würdigt?
Wehrle: Führen Sie ein Leistungstagebuch, in dem Sie notieren, was Sie dazugelernt und welche neuen Aufgaben Sie seit der letzten Gehaltserhöhung übernommen haben. Damit geben Sie Ihrem Chef auch eine Argumentationshilfe, wenn er Ihre Gehaltserhöhung gegenüber seinem eigenen Vorgesetzten begründen muss.
mm: Welches sind die schlimmsten Fehler bei einem Gehaltsgespräch?
Wehrle: Auf die private Geldnot zu verweisen ist einer der häufigsten Fehler. Ihr Chef will nicht wissen, welchen Vorteil Sie haben, wenn er Ihnen mehr zahlt, sondern welchen Nutzen die Firma hat.
Die eigene Leistung muss daher zentrales Thema des Gesprächs sein. Versuchen Sie herausfinden, worauf Ihr Vorgesetzter besonderen Wert legt. Machen Sie deutlich, wie viel Sie mit Ihrer Arbeit zum Erfolg seiner Abteilung beitragen. Schlagen Sie vor, einen Teil Ihres Gehalts an die persönliche Leistung zu koppeln.