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25.11.2004
 

Steuersparmodelle

Nichts für schwache Nerven

Von Ulrich Buchholtz, Jonas Hetzer und Daniel Schönwitz

Obwohl Rot-Grün nahezu alle Schlupflöcher gestopft hat, reißen sich Anleger um geschlossene Fonds. manager magazin analysiert, welche Angebote sinnvoll sind.

Es war ein Angebot der Superlative: 14 Schiffe mit einer Gesamtlänge von 3933 Metern, die zusammen 55.950 20-Fuß-Container transportieren können, Ladekapazität mehr als 538.000 Tonnen. Kaufpreis: gut 550 Millionen Euro. Superpötte, Superpreise und am Ende Superausschüttungen für die Anleger.

  Beteiligungsmodelle:  manager magazin zeigt, welche Angebote sich tatsächlich lohnen
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Gerd Huss

Beteiligungsmodelle: manager magazin zeigt, welche Angebote sich tatsächlich lohnen

Finanziert haben die Frachter solvente Anwälte, Ärzte und Manager. Über 220 Millionen Euro Eigenkapital steuerten Privatanleger zur "Star Flotte" bei, dem bis dato größten Schiffsfonds aller Zeiten. Innerhalb von drei Monaten hatte der Initiator, das Hamburger Emissionshaus MPC Münchmeyer Petersen Capital AG Chart zeigen, die Anteile im Sommer komplett platziert.

Erstaunlich, hatte doch selbst die Steuersparbranche immer wieder das nahende Ende ihrer Modelle verkündet. Denn seit Ende der 90er Jahre hatten die Finanzminister Oskar Lafontaine und Hans Eichel die Steuervergünstigungen für Schiffe, Filme und Immobilien zusammengestrichen, so lange, bis vom besten Verkaufsargument der Initiatoren kaum mehr etwas übrig geblieben war.

Ob gewaltige Containerschiffe, prunkvolle Büropaläste, glamouröse Hollywoodfilme oder riesige Windmühlen, die Finanzämter gewähren heute nahezu allen marktgängigen Konstruktionen nur noch unter schwer erfüllbaren Bedingungen eine steuerliche Vorzugsbehandlung.

Und dennoch reißen sich Anleger um die Fondsofferten; fast wie zu jenen Zeiten, als die Kosten für Anteile an Ost-Immobilien und Containerschiffen dank üppiger Sonderabschreibungen oft komplett vom Fiskus erstattet wurden. Gut zehn Milliarden Euro sammelten die Initiatoren im vergangenen Jahr ein, hat der Branchenanalyst Stefan Loipfinger ermittelt (siehe: "Interview: Anleger müssen kräftig dazulernen"). Für 2004 rechnet der Fondsexperte sogar mit einer noch höheren Summe.

Statt mit gewaltigen Steuerersparnissen locken die Anbieter nun mit stolzen Renditen. Daneben sind die Modelle vor allem aus einem Grund interessant: Die Erträge von Schiffen und Immobilien entwickelten sich laut einer Studie der Hamburger Privatbank Berenberg in den vergangenen 20 Jahren weitgehend unabhängig von den Schwankungen auf Aktien- und Rentenmärkten.

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