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manager magazin



14.06.2004
 

Aktienmärkte

Auf den Index setzen

2. Teil: Zwei Regeln für Anleger

mm: Ein schwacher Trost für alle, deren Depots heute unter Wasser stehen.

Profil


Theorie und Praxis: Nach seinem Abschluss in Harvard arbeitete Burton Malkiel ab 1958 als Analyst bei Smith Barney & Company. 1960 ging er als Doktorand nach Princeton, wo er bis auf ein Intermezzo in Yale noch heute lehrt.

Business und Consulting: In den 70er Jahren beriet er mit Alan Greenspan Präsident Ford. Davor veröffentlichte er die erste von bislang acht Auflagen seines Klassikers "A Random Walk down Wall Street". Das Buch zeigte erstmals, dass Investmentprofis fast immer schlechter sind als der Markt.
Malkiel: Jeder, der sein Vermögen breit genug diversifiziert hatte, ist auch nach dem Platzen der Internetblase besser gefahren als der Großteil der übrigen Anleger. Und mit breit diversifiziert meine ich, dass Anleger nicht nur Aktien halten sollten, sondern auch Teile ihres Vermögens in Anleihen und Immobilien investieren sollten. Und was Dividendentitel betrifft: Es reicht nicht, nur auf deutsche oder europäische Blue-Chip-Indizes zu setzen.

mm: Wie sollten Anleger stattdessen agieren?

Malkiel: Ich empfehle jedem, der Aktien kauft, sich an zwei Regeln zu halten. Regel Nummer eins: Das Kapital sollte weltweit und über alle Branchen und Unternehmensgrößen hinweg investiert sein. Die USA, Europa, die Schwellenländer Asiens, Lateinamerikas und Osteuropas sollten über Indexfonds genauso vertreten sein wie Blue Chips und Small Caps. Schnell wachsende Hightech-Unternehmen sind ebenso ein Muss wie substanzstarke Old-Economy-Firmen.

mm: Und Regel Nummer zwei?

Malkiel: Niemand sollte sein Pulver auf einmal verschießen. Größere Summen teilt man am besten in mehrere kleinere Beträge auf und investiert sie im Abstand von einigen Monaten. Ansonsten sollten Anleger monatlich oder quartalsweise konsequent eine feste Summe ansparen.

mm: Was soll das bringen?

Malkiel: Wenn Sie sich etwa ab Ende der 90er Jahre an diese Regel gehalten haben, dann haben Sie in der Hochphase der Jahre 1999 und 2000 relativ wenig Aktien gekauft. Dafür sind nach dem 11. September oder vor dem Ausbruch des Irak-Kriegs - als die Börsen weltweit extrem günstig bewertet waren - umso mehr Papiere in Ihr Depot gewandert. Die Gewinne, die sich in der Erholung nach dem Ende dieser Panikphasen einstellten, haben die Verluste aus den Käufen am Ende der Boomjahre nahezu ausgeglichen. Zumindest gilt das für den amerikanischen S&P-500-Index.

mm: Wäre es nicht günstiger gewesen, sein Depot mit einem Stopp-Loss-Limit abzusichern und in der Erholungsphase wieder einzusteigen?

Malkiel: Was Sie da vorschlagen, ist ein Spiel mit dem Feuer. Sie werden niemals den optimalen Zeitpunkt für Ausstieg und Wiedereinstieg finden. Das Einzige, was Sie mit einer solchen Strategie erreichen, ist, dass Sie zu spät einsteigen, Aufschwungphasen verpassen und auf diese Weise eine Menge Geld verschenken.

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