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03.06.2004
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Supersportwagen

Anschnallen, bitte!

Von Michael O. R. Kröher

5. Teil: Die ungewollte Grenzerfahrung

Ein Carrera GT muss in unseren Breiten sogar die meiste Zeit in der Garage bleiben. "Die Reifen bauen unterhalb von plus sieben Grad Celsius nicht genügend Grip auf", sagt Jürgen Pippig, Pressesprecher bei Porsche. Er legt dabei einen Unterton in seine Stimme wie ein Sommelier, der erklären soll, warum sich ein Château d'Yquem nicht für Schorle eignet.

  Porsche Carrera GT:  Von Oktober bis April muss er in der Garage bleiben. Den Reifen fehlt dann "Grip"   Porsche Carrera GT     Grundpreis:  452.690 Euro   Leistung:  350 kW/612 PS   Spitze:  330 km/h   Beschleunigung:  3,9 Sek. von 0 auf 100 km/h   Zylinder:  10   Porsche Carrera GT     Hubraum:  5733 ccm   Leergewicht:  1472 kg   Verbrauch (ECE-Norm):  17,8 l/100 km (11,7 bis 28,3 l/100 km)

Showroom "Porsche Carrera GT":
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Soll heißen: Die Karre für knapp eine halbe Million Euro lässt sich zwischen Oktober und April nicht sicher über normalen deutschen Asphalt bewegen. Selbstredend gibt es auch keine Winterreifen für die 20-Zoll-Felgen, die eine Spitzengeschwindigkeit von 330 Sachen aushalten.

  Porsche Carrera GT:  Von Oktober bis April muss er in der Garage bleiben. Den Reifen fehlt dann "Grip"

Porsche Carrera GT: Von Oktober bis April muss er in der Garage bleiben. Den Reifen fehlt dann "Grip"

Supersportwagen, so das Fazit, sind also unnütz, überteuert und verleiten zu riskanter Fahrweise. Wer in einem solchen Gefährt auf der Landstraße zum Überholen Gas gibt, der ist auf 180 Sachen, bevor er überhaupt auf den Tacho gucken kann.

Aber wozu haben die Kisten schließlich ihre teuren Bremsen?

Nur die Sache mit dem Grip will wohl bedacht sein, bei allen Modellen. Das lehrt das Beispiel von Bernd Pischetsrieder.

Bei einer Ausfahrt mit dem firmeneigenen McLaren F 1, einem Supersportwagen mit 627 PS und 380 Stundenkilometern Höchstgeschwindigkeit, baute der Automanager 1995, damals Vorstandsvorsitzender bei BMW Chart zeigen, einen Totalschaden. Auf einer Landstraße im oberbayerischen Landkreis Rosenheim war Pischetsrieder in einer lang gezogenen Rechtskurve von der Fahrbahn abgekommen - "aus ungeklärter Ursache", hieß es im Unfallprotokoll. Über das Tempo, bei dem Pischetsrieder den McLaren zerlegte, schwiegen sich BMW und die Polizei gleichermaßen aus.

Offenbar hat der Manager aus dieser Erfahrung gelernt. Den Produktionsbeginn des Bugatti Veyron jedenfalls schiebt der VW-Chef immer weiter hinaus. Das Vehikel, mit 1001 PS, einer Höchstgeschwindigkeit von 406 Stundenkilometern und einem kalkulierten Preis von 1,16 Millionen Euro, sollte schon im vergangenen Jahr die Rangliste der Supersportwagen anführen.

Doch die Entwickler haben Schwierigkeiten, die Kraft aus dem 16-Zylinder-Motor über das Automatikgetriebe in sicheres Fortkommen umzusetzen. Auslieferungstermine werden noch nicht genannt.

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