"Eine ideale Kombination für Führungskräfte"
Das bietet für Dudenhöffer die größte Schnittmenge aus innovativer Technik (Bremsassistent, Common-Rail-Turbodiesel-Motor der zweiten Generation), aus hoher Wertbeständigkeit, Solidität und Seriosität: "Eine ideale Kombination für die angepeilte Zielgruppe." Nur der Rußpartikelfilter, ein wichtiger Faktor für die Umweltfreundlichkeit, fehlt. Doch will Mercedes nach der nächsten Modellrenovierung Filter als Extra anbieten.
Am schwersten bei der Auswahl seines Lieblingsmobils machte es sich Henning Wallentowitz, Leiter des Instituts für Kraftfahrwesen an der Technischen Hochschule Aachen. Aus dem Angebot aktueller Serien-Pkw überzeugte den Maschinenbau-Professor kein einziges Modell.
So hat der Ingenieur selbst ein Konzept entwickelt zur Optimierung handelsüblicher Oberklasselimousinen. Besonders wichtig für Wallentowitz waren gut gefederte Einzelsitze im Fond: "Damit Führungskräfte dort leicht und gut lesbar mit der Hand schreiben können."
Obendrein sieht Wallentowitz' Entwurf vor, dass sich der Beifahrersessel um 180 Grad drehen lässt. Der Manager im Fond könnte die Sitzfläche dann leicht zum Hochlegen der Füße nutzen; in Kombination mit einem weit verstellbaren Einzelsitz entstünde eine nahezu vollwertige Liege. Videoschirme für die hinten sitzenden Fahrgäste sollten dann aus der Decke heruntergeklappt werden.
"Ein klasse Auto ohne Allüren"
Freilich verlangt eine derart umgestaltete Innenarchitektur neue Sicherheitssysteme. So müsste der Arbeitstisch im Fond, der in der Tür verankert sein sollte, im Fall einer Kollision schnell weggeklappt werden. Etwa von einer Technik, die auch die Airbags auslöst. Auch die Sicherheitsgurte müssten anders aufgehängt werden - um auch liegende Passagiere zu schützen.
Nutzwert
Henning Wallentowitz: Der Aachener Maschinenbauer hat den Innenraum einer Managerlimousine neu gestaltet - auf Basis des alten BMW 750 iL.
Eigenbau: Der Beifahrersitz lässt sich um 180 Grad drehen. So entsteht Ablagefläche - oder Platz zum Füßehochlegen. Die hinteren Einzelsitze sind besonders gefedert.
Warum hat er für seine Studie nicht wenigstens ein Modell der neuen 7er-Serie verwendet? "Der neue 7er ist ein technisch exzellentes Auto", beteuert der Professor, "doch ich kann mich mit seinem Äußeren nicht anfreunden." Auch die übrigen von mm befragten Fachleute meinten, das Design des großen BMW sei missglückt.
Nur eine der üblichen Cheflimousinen konnte die mm-Experten überzeugen: der neue Audi A8. Wolfgang Schulhoff, Kuratoriums-Vorsitzender an der Hochschule im sächsischen Mittweida und Präsident der Handwerkskammer Rheinland, hat das Topmodell aus Ingolstadt nominiert, weil er in dem A8 "ein klasse Auto ohne Allüren" sieht, das "zugleich dem unternehmerischen Anspruch nach Seriosität gerecht wird". Eben das perfekte Dienstauto.