Von Jonas Hetzer
Private Equity
Das Engagement war so, wie es sich Brian Larcombe gewünscht hatte: kurz und lukrativ. Nach nur elf Monaten schlug der Chef des britischen Wagniskapitalhauses 3i die Beteiligung an der Billig-Airline Go im Mai vergangenen Jahres wieder los - und zwar mit sattem Gewinn. Für knapp 600 Millionen Euro kaufte die Fluggesellschaft Easyjet 3i den Konkurrenten ab. Larcombe hatte im Juni 2001 nur 180 Millionen Euro für Go gezahlt - ein Plus von 230 Prozent.
Billig kaufen, teuer verkaufen. Das ist die simple Logik des Geschäfts mit Private Equity. Firmen wie 3i sammeln für ihre Deals Milliarden bei Investoren ein und bündeln das Geld in Fonds.
| Start-ups und Firmensanierer: Private-Equity-Dachfonds mit moderaten Gebühren | ||||
| Dachfonds/ Initiator | Anlage- schwerpunkt | einmalig* | Gebühren jährlich** | Gebühren variabel*** |
| VCM V/BHF-Bank (Tel.:069/7183646) | US-Venture-Capital-Fonds | 8 | 1,20 | 10 |
| CS Venture I/ Credit Suisse (Tel.:069/97463152) | Globale Venture-Capital- und Buy-out-Fonds | 10 | 1,70 | 15 |
| Private Equity III/HCI (Tel.:04162/94450) | Globale Venture-Capital- und Buy-out-Fonds | 12 | 1,57 | 10 |
| * In Prozent der Beteiligungssumme; Agio zzgl. Gebühren für Eigenkapitalvermittlung, Konzeption, Prospektierung, etc.; ** in Prozent der Beteiligungssumme; *** in Prozent der erzielten Gewinne. Quelle: Feri Alt. Assets; Fondsprospekte | ||||
Die Anlegerpools investieren zum einen in junge Unternehmen, die mit dem Fondskapital ihre Expansion finanzieren (Venture-Capital-Fonds). Die Vertreter der zweiten Variante kaufen Unternehmen, um sie zu restrukturieren und profitabler zu machen (Buy-out-Fonds).
Das Geschäft war in den vergangenen beiden Jahren extrem hart. Zu Mondpreisen hatten sich viele Private-Equity-Häuser im Boom der späten 90er Jahre bei erfolglosen Internet-Klitschen und maroden Tech-Firmen eingekauft. Als die Blase platzte, implodierte auch der Wert vieler Beteiligungen. Zahlreiche Altfonds stehen vor hohen Verlusten.
Neuen Fonds bieten sich in dieser Marktsituation günstige Gelegenheiten. "In der aktuellen Konjunkturflaute gibt es auch Erfolg versprechende Beteiligungen zu Dumpingpreisen", sagt Bernd Kreuter, Private-Equity-Experte bei Feri.
Antizyklisches Investieren ist ohnehin das Erfolgsgeheimnis der Branche. Denn es waren vor allem die in wirtschaftlich schlechten Zeiten abgeschlossenen Deals, die europäischen Private-Equity-Fonds in den vergangenen 20 Jahren ein Plus von über 10 Prozent jährlich brachten. Amerikanische Wagniskapitalfonds erzielten auf diese Weise im Schnitt sogar Renditen von über 15 Prozent.
Den großen Chancen aber stehen hohe Risiken gegenüber. 10 bis 20 Prozent der Beteiligungen entpuppen sich als Verlustgeschäft. Anleger sollten ihren Einsatz daher über möglichst viele Engagements in Amerika und Europa streuen, um die Gefahr von Werteinbußen zu reduzieren.
Dachfonds sind hierfür ähnlich wie im Hedgefonds-Bereich die geeigneten Anlagevehikel. Sie streuen ihr Vermögen meist in mehr als zehn Venture-Capital- und Buy-out-Fonds und beteiligen sich so an weit über 100 verschiedenen Firmen.