Von Arno Balzer und Georg Jakobs
Große Pläne. Doch Ackermann weiß, dass es mit einer strategischen Kurskorrektur allein nicht getan ist.
Loyal, wenn die Performance stimmt: Wenn die Zahlen nicht stimmen, kann Josef Ackermann ungemütlich werden
Zwei Jahre setzt Ackermann für die Umsetzung seines Programms an. Obwohl er sich hier mit Zahlen gegenüber der Öffentlichkeit zurückhalten will: Er hat sich vorgenommen, die Aufwand-Ertrag-Relation deutlich zu drücken. Derzeit gibt die Bank für jeden Euro, den sie einnimmt, gut 90 Cent aus; Ziel sind 65 Cent.
Ackermann steht mächtig unter Druck. Sollte er seine Renditeziele nicht bald erreichen, könnte die Deutsche Bank akut übernahmegefährdet sein. "Dann", so Ackermann, "bin ich nicht sicher, dass wir in zwei Jahren noch Deutsch sprechen."
Ein zweites Szenario wäre ebenso unangenehm. Was ist, wenn die Konkurrenz ihm keine Zeit lässt, wenn der US-Gigant Citigroup vor der Haustür zuschlagen und eine Schweizer Großbank übernehmen würde?
Das würde die Frankfurter notgedrungen in eine Fusion treiben. Beim derzeitigen niedrigen Börsenwert müsste sie sich dann wohl mit der Rolle des Juniorpartners zufrieden geben - das Ende der glorreichen Deutschen Bank.
Ackermann lässt sich durch derlei Gedankenspiele nicht von seinem Kurs abbringen. Er hat sich das Ziel gesetzt, den Börsenwert der Deutschen Bank mehr als zu verdoppeln, auf mindestens 100 Milliarden Euro.
Mit einem solchen Kampfgewicht könnte er das Fusionsmonopoly - so es denn ansteht - lockerer angehen. Aus einer Position der Stärke. Alles andere widerspricht Ackermanns Naturell.