Von Klaus Ahrens und Hanno Pittner
mm: Hoch im Kurs stehen Massagen in der Wellness-Welt. Was taugen die?
mm: Wie halten Sie es mit exotischen Exerzitien, den modischen fernöstlichen Praktiken wie Ayurveda, Qi Gong oder Reiki?
Hollmann: Als ich das erste Mal, noch zu Mao Tsetungs Zeiten, in Peking war, sah ich morgens um acht vom Hotelfenster aus Männer und Frauen, die, bevor sie mit der Arbeit begannen, genau 30 Minuten Bewegungsübungen machten. Damals hab' ich gegrinst: "So ein Quatsch." Das ist mir vergangen. Denn inzwischen weiß ich: Selbst einfache Übungen fördern die psychische Entspannung.
mm: Woher diese Erkenntnis?
Hollmann: Erst vor drei, vier Jahren haben wir nachweisen können, dass jede kleinste Anregung der Hirndurchblutung automatisch zu einer Mehrproduktion von hunderten biochemischer Substanzen führt. Die Chinesen dagegen haben damit jahrtausendelang praktische Erfahrung. Sich darüber lustig zu machen ist ein bisschen einfach.
mm: Welchen Stellenwert messen Sie den emotionalen, mentalen Wirkungen solchen Treibens bei, Stichwort: Wohlgefühl?
Hollmann: Wir unterscheiden heute in der Gehirnforschung ganz verschiedene biochemische Wege, auf denen durch Veränderung des Stoffwechsels die Psyche, vulgo: die Stimmung, verbessert wird. Darum wird mit Wohlgefühl belohnt, wer sich etwa körperlich betätigt, egal in welcher Form. Hinterher sieht er Probleme, die vorher riesig erschienen, in verkleinerter Dimension - auch das hängt mit bestimmten chemischen Vorgängen zusammen.
mm: Also spielt im Wellness-Gedanken das Emotionale sehr wohl eine große Rolle?
Hollmann: Eine ganz erhebliche. Etwa dass ich mich nach körperlicher Belastung in die Sauna begebe, irgendeine Form von Entspannung genieße, auch in Verbindung mit Musik oder Düften aus fernen Ländern. Es gibt eine breite Skala an Möglichkeiten, die alle erlaubt sind, solange sie als angenehm empfunden werden.
mm: Haben Sie einen Musiktipp für den gestressten Manager?
Hollmann: Aus der Hirnforschung wissen wir, was für die Wellness besonders geeignet ist: Mozart. Es ist bisher keine Musik entdeckt worden, die vergleichbar beruhigend auf das Gemüt wirkt wie die Klänge des Tonrevolutionärs aus Salzburg.
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