Von Wolfgang Hirn
Auf einer Ranch in Arizona sitzt ein 65-jähriger deutscher Ex-Bankier und wundert sich, dass niemand mehr im fernen Deutschland von ihm Notiz nimmt. Dem armen Mann kann geholfen werden: Gestatten, Ferdinand Graf von Galen, vorbestraft.
In den vergangenen 30 Jahren wurden einige Herren in Nadelstreifen kriminell. Manche schlitterten einfach so hinein, andere jedoch entwickelten kriminelle Energie.
Zum Beispiel die Unternehmensverführer Bernd Otto (Coop), Karsten Bodo von Wersebe (Coutinho Caro & Co.) und Friedrich Hennemann (Bremer Vulkan), die ihre Firmen in den Konkurs trieben.
Bernd Otto (60) bastelte mit allerlei Bilanztricks den verschachtelten Handelskonzern Coop, der 1988 unter der Last von fünf Milliarden Mark Schulden zusammenbrach. Wegen Untreue bekam Otto viereinhalb Jahre Haft aufgebrummt. Vier Jahre setzte es für Coutinho-Caro-Chef Karsten Bodo von Wersebe (59). Friedrich Hennemann (65), dessen Machenschaften mm schon früh aufgedeckt hat, sitzt noch auf der Anklagebank.
Und dann gab es noch die Manager, die zwar nicht kriminell waren, aber durch ihr - milde gesagt - unvorsichtiges Verhalten ihre Unternehmen schwer geschädigt haben: zum Beispiel Heinz Schimmelbusch (57), der Mitte der 90er Jahre durch riskante Ölgeschäfte die Metallgesellschaft fast in den Ruin trieb.
Der eloquente Österreicher war der Typ des größenwahnsinnigen Blenders, der häufiger auf Vorstandsetagen anzutreffen ist - und offenbar nicht ausstirbt.
Jüngster Fall: der ehemalige EMTV-Chef Thomas Haffa (49). Auf ihn fiel selbst mm herein. "Der Wundermann" steht in 4/2000 über einem Haffa-Porträt. Wir korrigieren nachträglich: "Der Blaue-Wunder-Mann".
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