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25.05.2001
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Schuhe

Stilvoller Luxus aus Leder

Von Bernhard Roetzel

3. Teil: "No brown in town!"

Die Auswahl an hochwertigen Schuhen ist so groß wie nie zuvor. Anfang der 80er Jahre hielten sich deutsche Käufer vor allem an englische und amerikanische Marken. Heute mischen auch Italiener wie Lattanzi, Santoni oder Bonora kräftig mit. Die Franzosen sind hier zu Lande vor allem mit dem englischstämmigen Haus John Lobb Paris vertreten.

Nach deutschen Marken fahndet der Konsument im Spitzensegment jedoch weithin vergeblich. Es fehlt an qualifizierten und bezahlbaren Fachkräften.

Und so lassen die wenigen deutschen Hersteller von Spitzenschuhwerk zumeist im Ausland fertigen. Etwa der Aachener Hersteller Dieter Kuckelkorn in eigenen Produktionsanlagen in Spanien. Bei seiner Rahmennaht-Kollektion Apollo setzt der Hersteller Sioux aus Walheim auf eidgenössische Wertarbeit, wie Manuela Queisser, die Sprecherin des schwäbischen Unternehmens, bestätigt.

In der internationalen Topliga kann allerdings nur das einheimische Produkt von Eduard Meier in München mittreten. Der Teuer-Anbieter lässt seine gediegenen Rahmengenähten, die auch neben feinen Briten oder Italienern glänzen, in einer deutschen Werkstatt in Kleinstserie von Hand fertigen.

Sind Schuhe aus der Manufaktur immer ihren Preis wert? Vor allem bei Einsteigermodellen um 400 Mark lauern vielfältige Qualitätsfallen. Conrad Hasselbach von Shoes & Garment, einem Hamburger Fußausstatter, rät zum genauen Blick auf den Rahmen: "Der muss in jedem Fall aus Leder sein und nicht aus Kunststoff, sonst kann er reißen."

Rainer Wilhelm Mark, Mitarbeiter des österreichischen Manufaktur-Anbieters Ludwig Reiter, sieht vor allem die Passform als Kriterium: "Der Träger soll mit den Zehen auf der Innensohle trommeln können. Die hinteren beiden Drittel des Schuhs müssen den Fuß wie ein Futteral eng umschließen." Die richtige Passform aber finde der Schuhkäufer nur dort, wo die Schuhe in mindestens zwei Breitengrößen vorrätig seien.

Ein großes Stilthema ist immer wieder die Farbe, über die sich Modegeister mit Inbrunst streiten. Die Engländer, den Irrungen und Wirrungen schnelllebiger Trends seit je abhold, sagen nach wie vor: "no brown in town" und "no brown after six".

Leichtfüßige Italiener und Franzosen gehen seit den 80er Jahren gegen diese Regeln an - in braunen Schuhen zum dunklen Anzug. Ihr Argument: Braun ist vielseitig, zwischen hellen Sandtönen und dunkelstem Rostrot gibt es zahllose Schattierungen. Und so viel Abwechslung bringt Farbe in den grauen Manageralltag.

Wer auf Nummer sicher gehen will, setzt im Geschäftsleben auf Schwarz, zumal in der konservativen Zunft der Banker. Und wenn es zum Meeting nach New York oder London geht, sollten braune Oxfords zu Hause bleiben.

An diese goldene Regel hielt sich auch Personalberater Kai Kochmann. Als er im Anthrazitdreiteiler in die Themse-Metropole aufbrach, steckten seine Füße in einem Paar klassisch geschnittener schwarzer Oxfords, rahmengenäht in Ungarn, eingekauft am Kurfürstendamm.

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