Von Maren Hoffmann
Im Schaugarten führen gepflasterte Wege an üppigen Staudenrabatten vorbei. In den Rasen versenkte Trittsteine führen zu einem Teepavillon, überall gaukeln Schmetterlinge und Bienen, jede Perspektive ist gestalterisch durchkomponiert. Nach Ladenschluss entspannt sich die Gartenarchitektin hier gerne schon einmal beim Unkrautzupfen. Ihren eigenen Garten hat sie in England zurückgelassen. In Berlin muss vorerst eine Etagenwohnung reichen - ihre Lust aufs Selbstgärtnern lebt Pape in ihrer Akademie aus.
Und die Finanzkrise? Pape lehnt sich lässig zurück: "Es wusste ja jeder, dass es demnächst knallt - die Engländer waren groß darin, 'bad value for good money' zu verkaufen. Mein Projekt hier war geplant für den Moment, in dem die Leute auf etwas zurückgreifen, das seinen Wert behält. Ich bin zwar Gärtnerin, aber nicht blöd - ich bin da nicht blauäugig reingegangen. Wir haben mit 60 Besuchern am Tag gerechnet, die Banken haben nur an 30 geglaubt - und jetzt kommen 350." Auf dem Parkplatz vor der Gartenakademie stehen vor allem Mercedes und BMWs. In denen kommen Kunden, die auch mal einen vierstelligen Betrag für eine opulente Pflanzschale in die Hand nehmen.
Aber Geld ist, wie überall, noch kein Garant für guten Geschmack. "Ein Stück Rasen mit einer Forsythie ist kein Garten", meint die Gartendesignerin, "es gibt Gegenden, da ist noch nicht mal der Zaun schön. Selbst in Villenvierteln sind vielleicht 10 Prozent der Grundstücke echte Gärten; viele sind einfach nur Wüsten mit geharktem grauen Sand und Pollerleuchten. Dabei soll es doch in Vorgärten eigentlich am schönsten sein. Ein Vorgarten ist dazu da, einen morgens mutig ins Leben zu schicken und abends fröhlich zu empfangen. Bei 90 Prozent dieser Gärten ist das aber nicht der Fall."
Gärtnerin Pape setzt ihr Ideal dagegen: "Ein Garten ist ein kleines Paradies, da kriegt man alles, was man reinsteckt, auch zurück. Man schöpft Kraft im Garten. Sonst wird das Gärtnern auch zur Gartenarbeit. Aber nur die Pflanze in den Boden zu setzen, reicht nicht. Ich muss auch etwas für ihr Gedeihen tun. Einem Paar, das große Probleme mit seinen Rosen hatte, habe ich einmal gesagt: Wenn ich hier nackt und ohne etwas zu trinken mit den Füßen im Kies stünde, würde ich auch Läuse bekommen."
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