Die "60-30-10-Regel" gilt auch für Lila
Von welchen Farben die verschiedenen Lila-Schattierungen begleitet werden, hängt vom Eindruck ab, der erzielt werden soll. Für eine eher kühle, klare Ausrichtung empfiehlt Semling die Paarung Flieder mit Natur oder Weiß: "Das bewahrt Frische und Offenheit." Darf es richtig üppig sein, wird mit Gold kombiniert.
Und zusammen mit Grau kommt Lila nicht nur elegant daher, sondern wird sogar männertauglich: "Klar schwingt bei Lila immer noch das ganze Batikthema mit", sagt die Designerin. Aber mit einem schönen Grau könne man Lila eine kühlere Wirkung verleihen, dann sehe es durchaus männlich aus.
Nicht nur bei Brombeer, Pflaume und Co., sondern bei allen kräftigen Tönen sei es wichtig, einen Ausgleich zu schaffen: "Eine Knallfarbe wird mit ganz viel Weiß, Creme oder Beige kombiniert."
Eine gute Gestaltungshilfe sei die "60-30-10"-Regel: "Das bedeutet, man wählt eine Hauptfarbe, die 60 Prozent der Fläche im Raum erhält", erklärt Semling. Die zweite Farbe erhält 30 Prozent. Die restlichen 10 Prozent bleiben für die sogenannte Akzentfarbe, die Lebendigkeit in die Einrichtung bringt.
Akzente werden mit Accessoires wie Kissen, aber auch Vasen oder Windlichtern gesetzt. Das erfordert nicht nur weniger Mut als ein ganzes Sofa in Lila, sondern macht auch das Umsetzen von Trends leichter. "In der Einrichtung wird in der Regel nicht so schnell gewechselt", erzählt Brit Dieckvoß. Allenfalls Gardinen würden der Mode entsprechend ausgetauscht - oder eben Gläser und Vasen.
"Die Deutschen haben grundsätzlich zu viel Angst vor Farbe", sagt Wohnexpertin Katharina Semling aus Oldenburg. Deshalb herrschten Weiß und Beige in den Wohnungen hierzulande vor. "Man wagt mal eine rote Wand - aber so richtig in den Farbtopf langt keiner." Semling empfiehlt mehr Mut zu Experimenten statt Angst, etwas falsch zu machen. "Farbe ist doch Spaß am Leben", so die Designerin. "Und wenn wirklich mal was schiefgeht, kann man es immer noch überstreichen."
Sandra Cantzler, dpa
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