Villefranche-sur-Mer - Lily Safra hat es getan. Die Witwe des libanesischen Milliardärs und Bankers Edmond Safra hat ihre Traumvilla an der Côte d'Azur verkauft. Für die Kleinigkeit von fast einer halben Milliarde Euro veräußerte sie die Villa Léopolda an einen russischen Milliardär und Geschäftsmann. Damit ist der diesjährige Rekord für den Verkauf privater Anwesen eingestellt - und die Identität des mysteriösen Käufers endgültig aufgedeckt:
"Sein Name: Michail Prochorow. Seine künftige Adresse: Villa Léopolda, Villefranche-sur-Mer", schrieb die Regionalzeitung "Nice Matin" am Samstag. Der russische Metallunternehmer zahle der bisherigen Besitzerin Safra 496 Millionen Euro für das einstige Anwesen des belgischen Königs Leopold II. Der Monarch war damals billiger weggekommen: Er hatte das Gelände 1902 für den symbolischen Betrag von einem Franc erworben.
Prochorow kann sich das Anwesen indes mühelos leisten. Das Vermögen des 43-Jährigen soll sich auf deutlich mehr als 20 Milliarden Euro belaufen, seit er prächtig am Höhenflug der Metallpreise verdient. Erst vor wenigen Tagen war in Moskau bekannt geworden, dass Prochorow 16,7 Prozent der Anteile an dem größten russischen Metallproduzenten Norilsk Nickel für zehn Milliarden Dollar an den Mischkonzern Interros seines Ex- Kompagnons Wladimir Potanin verkauft hat.
In Frankreich ist Prochorow kein Unbekannter: Anfang 2006 wurden er und 25 weitere Personen, darunter aus Russland eingeflogene Damen, bei einer Razzia im noblen Wintersportort Courchevel festgenommen. Die Polizei glaubte an Orgien mit Callgirls und vermutete Prostitution und Menschenhandel. Doch nach ein paar Tagen durfte der Unternehmer unbehelligt wieder heimfliegen.
Die Villa Léopolda verfügt über 19 Schlafzimmer, liegt auf einem acht Hektar großen Grundstück, gesäumt von Hunderten Oliven-, Zypressen- und Zitronenbäumen. Laut "Times" sind allein 50 Gärtner notwendig, um die Grünanlagen des Hauses im Belle-Epoque-Stil zu pflegen. Fiat-Mogul Gianni Agnelli besaß sie auch schon einmal.
Der bisherige Rekord für einen Hausverkauf stammte aus dem Jahr 2004, als der indische Stahltycoon Lakshmi Mittal sich ein Anwesen im Londoner Stadtteil Kensington gegönnt hatte. Der Preis damals ist im Vergleich zu der aktuellen Transaktion allerdings geradezu lächerlich gering. Es waren umgerechnet 72,2 Millionen Euro.
manager-magazin.de mit Material von dpa
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