Berlin/Düsseldorf - Eine neue Wohnung suchen, den Mietvertrag aushandeln, Möbel packen, einen Telefonanschluss bestellen und nicht zuletzt den nächsten Supermarkt finden: Wer in eine fremde Stadt zieht, hat alle Hände voll zu tun. Selbst wenn ein Umzugsunternehmen den Möbeltransport übernimmt, bleiben viele Aufgaben übrig, die meist schnell erledigt werden müssen. Relocation-Agenturen bieten hier Hilfe an. Wer keine Zeit, dafür aber Geld übrig hat, kann auf ihre Dienste zurückgreifen.
"Relocation" heißt übersetzt "Umsiedeln". Die Idee, Menschen beim Start in einer fremden Stadt zu helfen, kommt aus den USA. "In Deutschland hat sich der Markt etwa seit dem Jahr 2000 etabliert", sagt Frank Faggo. Seine Firma progedo Relocation mit zehn Standorten in Deutschland hilft Menschen bereits seit Mitte der neunziger Jahre, ein neues Zuhause zu finden.
Faggos Hauptkunden sind Unternehmen, die ihre Mitarbeiter in eine fremde Stadt schicken und sie bereits kurz nach dem Umzug wieder voll einsetzen wollen. Die Relocation-Scouts übernehmen deshalb für sie Ämtergänge, kümmern sich um Strom und Telefon oder auch einen Kindergartenplatz.
Zunehmend wälzen auch Privatleute diese lästigen Aufgaben gegen entsprechende Bezahlung ab. Drei bis vier Wochen vor dem geplanten Umzugstermin sollte sich eine Privatperson spätestens bei der Agentur melden, sagen erfahrene Dienstleister wie Ulrich Fischer von RSB Deutschland in Frankfurt/Main. "Im Durchschnitt betreuen wir die Kunden zwei bis drei Monate lang." Wenn es ganz schnell gehen muss, reichen aber auch schon mal drei Wochen für einen kompletten Umzug.
Lieber Kneipen oder lieber Grün?
Am Anfang steht immer ein persönliches Gespräch. "Wir treffen uns dann mit dem Klienten und fahren ihn für eine erste Orientierung durch die Stadt", erklärt Faggo. Nach diesem ersten Eindruck füllt der Wohnungssuchende einen Fragebogen aus: Soll der neue Stadtteil lieber viele Kneipen haben oder viele Grünflächen? Wie weit darf die Wohnung von der Arbeitsstelle entfernt sein? Ist eine Autobahnanbindung wichtig? Wie nah soll die nächste Schule liegen?
Die Dienstleistung kann bei der reinen Wohnungssuche aufhören. Da aber auch Relocation-Agenturen um Maklergebühren meist nicht herum kommen, zahlt der Wohnungssuchende am Ende doppelt: Den Service der Agentur und die Maklercourtage. Die Agenturdienste lohnen sich daher erst, wenn andere Dienstleistungen, wie die Schulsuche oder das Anmelden beim Einwohnermeldeamt, mitgebucht werden.
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