Wunderbares Wohnklima
Für Fassaden und Palisaden im Außenbereich werden besonders dauerhafte Holzarten wie Lärche, Douglasie und Eiche genommen. Eiche enthalte zum Beispiel viele Gerbstoffe, die sie gegen Pilzbefall schützen, sagt Dederich. Diese Holzarten können durchaus ohne Oberflächenbehandlung verwendet werden. Allerdings müssen Hausbesitzer damit rechnen, dass sie an der Oberfläche verwittern.
Holz für Fassaden könne aber auch imprägniert werden. Auch Anstriche seien möglich, diese müssten allerdings regelmäßig erneuert werden. Im Innenraum gelten für Holzhäuser die gleichen Grundregeln zur Pflege wie für jedes andere Gebäude: "Natürlich müssen Sie auch Holzhäuser gut lüften, damit sich keine Feuchtigkeit sammelt", sagt Detlef Schmidt. Grundsätzlich sei Holz aber ein natürliches Material, dass ein "wunderbares" Wohnklima verbreite, sagt der Architekt.
"Holzwände sind immer warm". Karl Gertis hat den Energieverbrauch von Holzhäusern getestet: "Der Holztafelbau kommt ohne weiteres an die Energieeffizienz eines Passivhauses heran", ist sein Urteil. So gut die Wärmedämmung von Holz ist: Im Sommer kann die mangelnde Wärmespeicherfähigkeit ein Problem werden. "Holz hat weniger Speichermasse als andere Baustoffe", sagt Maria Feldhaus. Deswegen werde Wärme leicht in den Wohnraum abgegeben. Das Manko könne durch Dämmstoffe wie Mineralfasern oder Zellulose ausgeglichen werden.
Besser dämmen
Bei Holzbauten müsse aus diesem Grund vor allem auf den richtigen Sonnenschutz geachtet werden, ergänzt Gertis. Große Fenster sollten mit Markisen und Rollos ausgestattet werden. Dachschrägen sollten nicht nach Süden oder Westen zeigen oder mit einer zusätzlichen Schicht, zum Beispiel mit dicken Spanplatten, ausgestattet werden, damit diese die Wärme speichern können.
Auch gegen Lärm seien Holzhäuser aufwendiger zu dämmen. "Das spielt allerdings bei Einfamilienhäusern weniger eine Rolle als bei Mehrfamilien- oder Reihenhäusern", sagt Gertis. Was den Brandschutz betrifft, hätten Holzhäuser keine Nachteile, vor allem, wenn sie mit Mineralfasern oder Hartschaum gedämmt werden.
Das haben mittlerweile auch Gebäudeversicherungen erkannt: "In der Vergangenheit wurden Holzhäuser häufig teurer versichert", sagt Dederich. Mittlerweile werden die Policen aber zu den gleichen Konditionen angeboten wie für Häuser aus anderen Baustoffen.
"Grundsätzlich werden Häuser in so genannte Bauartklassen eingeteilt", sagt Stephan Schweda vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin. Je massiver ein Haus gebaut ist, desto besser stehe es in dieser Einteilung da. "Möglicherweise sind deshalb Versicherungen für Holzhäuser geringfügig teurer."
Annika Graf, dpa
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