Frankfurt am Main - Die Tage der klassischen Glühlampe scheinen gezählt. Kleiner, haltbarer und energiesparender als herkömmliche Lampen sind Experten zufolge "Licht emittierende Dioden" (LED). Für den Einsatz zu Hause sind bislang zwar erst wenige Modelle auf dem Markt. Weil es viele Möglichkeiten zur Verwendung gibt, arbeiten die Hersteller aber an Lösungen für den privaten Gebrauch.
Kein Zweifel, also: "Die Zukunft gehört Licht aus emittierenden Dioden", sagt Thomas Spillmann von der Fördergemeinschaft Gutes Licht (FGL) in Frankfurt.
Das Licht einer LED kommt aus einem Halbleiterkristall. In diesem wird Strom direkt in Licht umgewandelt. In der Lichtausbeute hätten die Dioden inzwischen die von Glühlampen und Halogenlampen erreichten Werte überschritten. Bald dürfte LED in diesem Bereich sogar mit Leuchtstofflampen gleichziehen, sagt der Experte voraus.
Weitere Vorzüge der LED-Technik liegen dort, wo Licht ständig leuchten soll und der Austausch defekter Lampen umständlich ist. "Während die Glühbirne nach rund 1000 Stunden schlapp macht, können LED-Lampen bis zu 50.000 Stunden leben", sagt Spillmann. Der Austausch einer Lampe in einer Leuchte sei dann praktisch nicht mehr notwendig. Leuchte und Lampe könnten dadurch in Zukunft eine feste Einheit bilden.
Scharfe Kontraste
Bislang werden LEDs bevorzugt in Autos und in Displays von Geräten eingesetzt. "Bis auf das Scheinwerferlicht kann jede Lampe im Auto mit LED-Licht ausgerüstet werden", erläutert Markus Rademacher vom Hersteller Osram in München. Im Haushalt wird LED-Licht dagegen erst spärlich eingesetzt.
"Bislang werden nur Schreib- und Stehtischleuchten angeboten", sagt Thomas Spillmann. Für diesen Zweck sei LED-Licht gut geeignet, da es die Arbeitsfläche gezielt ausleuchtet und scharfe Kontraste schafft. So bietet die Lichttechnik-Firma Herbert Waldmann in Villingen-Schwenningen (Baden-Württemberg) beispielsweise eine vom Designer Ferdinand Porsche entwickelte Schreibtischlampe an.
Ein Leuchtenkonzept in privaten Wohnräumen ausschließlich mit LED-Leuchten zu verwirklichen, hält der renommierte Leuchtendesigner Tobias Grau aus Hamburg aber "in den nächsten Jahren für ausgeschlossen". Bei LEDs ist es seiner Einschätzung nach ähnlich wie bei Computerchips: "Es kommt permanent eine neue, bessere Generation auf den Markt. Lichtausbeute, Lichtfarbe und das Kosten-Nutzen-Verhältnis verbessern sich." Allmählich sei es für die Hersteller damit sinnvoll, Leuchten für diese Technik zu entwickeln.
Noch gibt es aber Hemmschuhe. So sind LEDs klein, heiß und brauchen Vorschaltgeräte. "Dies ermöglicht und erzwingt ein komplett neues Design", erläutert Grau. Die Entwicklung der Leuchten sei aber noch sehr komplex. Grau entwickelt in seiner Firma zurzeit eine Hängeleuchte, die auch für private Wohnräume geeignet sein soll. Ebenfalls gearbeitet werde an einer Schreibtischleuchte. Ziel seines Unternehmens ist es, beide Modelle auf der Fachmesse "light and building" in Frankfurt Ende April 2006 vorzustellen, sagt Grau.
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