Beton hat einen Nachteil
Umzugsgeeigneten Möbeln kommen nach Ansicht des Trendforschers Andreas Steinle vom Zukunftsinstitut in Kelkheim bei Frankfurt am Main in unserer flexiblen Gesellschaft, in der die Menschen wesentlich öfter als früher den Wohnort wechseln, eine wichtige Rolle zu. "Nicht mehr die fest verankerte Schrankwand, sondern das verschiebbare Regal soll es sein", sagt er.
Sie wirken auf den ersten Blick kalt und seelenlos. Moebel aus Beton sind wahrlich nicht jedermanns Sache. Doch wer sich einmal fuer das Nischenprodukt entschieden hat, kann sicher sein, etwas Besonderes in seiner Wohnung zu haben. Erst seit wenigen Jahren ist "moebeltauglicher" HiTec-Beton, der eine sehr glatte Oberflaeche und eine spezielle Haerte hat, herstellbar. Noch sind deshalb Sitzmoebel, Tische, Waschbecken oder gar Lautsprecherboxen aus diesem Werkstoff in deutschen Wohnungen eher eine Seltenheit
Allerdings könnten die Möbelräumer mit dem stattlichen Gewicht der futuristischen Stücke Probleme bekommen. Trotz aller Forschungen am Werkstoff Beton hat er im Vergleich zu anderen Materialien noch immer einen entscheidenden Nachteil: Beton ist sehr schwer. In Altbauten mit weniger robusten Holzdecken sei deshalb beim Aufstellen von Betonmöbeln Vorsicht geboten, rät Höpfner. Im Zweifelsfall kann man die Tragkraft von einem Fachmann prüfen lassen.
Betonmöbel können bei Designern und auf diesen Bereich spezialisierten Unternehmen nach den eigenen Vorstellungen in Auftrag gegeben werden. Inzwischen gibt es aber auch in größeren Städten wie Berlin Geschäfte, die diese Möbel anbieten. Da Betonmöbel noch immer etwas Besonderes sind, haben sie auch einen entsprechenden Preis: Ein von Peterhoff designtes Waschbecken kostet beispielsweise um die 1400 Euro, ein Tisch je nach Form und Größe zwischen 2500 und 2800 Euro. "Das sind ganz normale Designerpreise wie bei Möbeln aus Naturstein", sagt er.
Stellt sich die Frage, wer Möbel aus Beton kauft. "Das sind Leute, die den Mut haben, sich mal was Neues zu holen", sagt Suppa. Oft interessierten sich Schriftsteller, Künstler und Modedesigner für diesen ungewöhnlichen Einrichtungstrend. Und der ist - davon ist der Architekt überzeugt - auf jeden Fall im Kommen.
Von Susann Huster, DDP
© manager magazin online 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH