Esslingen/Berlin/München/Kelkheim - Sie wirken auf den ersten Blick kalt und seelenlos. Möbel aus Beton sind wahrlich nicht jedermanns Sache. Doch wer sich einmal für das Nischenprodukt entschieden hat, kann sicher sein, etwas Besonderes in seiner Wohnung zu haben. Erst seit wenigen Jahren ist möbeltauglicher so genannter HiTec-Beton herstellbar. Er hat eine sehr glatte Oberfläche und eine spezielle Härte.
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Noch sind deshalb Sitzmöbel, Tische, Waschbecken oder gar Lautsprecherboxen aus diesem Werkstoff in deutschen Wohnungen eher eine Seltenheit. Designer und Architekten sehen für Betonmöbel allerdings gute Zukunftsperspektiven. "Es gibt zurzeit viele Leute, die puristische Einrichtungen mögen. Sie wollen, dass alles kalt wirkt", hat der Esslinger Designer Günter Peterhoff beobachtet.
Mit seiner Firma "Form in Funktion" entwirft und produziert er unter anderem Betonmöbel. Dieser Werkstoff, so gibt er zu, habe etwas Kaltes an sich. "Das Material ist die eine Sache, die Form eine andere", betont Peterhoff. Er versuche, diesem Eindruck durch weiche Formen und warme Farben wie beispielsweise Orange entgegenzuwirken. Eine Sitzbank aus Beton sei an sich kalt, könne aber etwa durch geschickt integrierte Filzmatten wesentlich wärmer wirken. Ebenso könne Beton mit warmen Materialien wie Holz kombiniert werden.
Architekt Karl Heinz Suppa ist sich sicher: "Wer Beton mag, empfindet ihn nicht als kalt." Schließlich sei dieser Werkstoff in der Lage, Wärme zu speichern und wieder abzugeben. Sein Berufskollege John Höpfner aus München setzt bei der Beratung seiner Kunden häufig auf das Spiel mit Kontrasten. "Ein weiches Polster auf einem groben Werkstoff wirkt doppelt gemütlich", meint er.
Im Übrigen sei Beton nicht nur grob. Er könne auch eine sehr feine Oberfläche haben. Durch spezielle Oberflächenbehandlungen wie Schleifen, Polieren oder Wachsen bekommt Beton nach Angaben Peterhoffs eine schöne Optik. Obendrein werde er dadurch als Handwaschbecken oder Arbeitsplatte für die Küche alltagstauglich.
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