Stelldichein von Adel, Kunst und Wissenschaft
Albert Steigenberger startete 1930 von der Villa Stroh aus seine Karriere als Gründer eines später von seinem Sohn Egon fortgeführten Hotelkonzerns. Russische Adlige oder Künstler wie Max Beckmann zählten zum Gästekreis. Zuletzt nutzte ein Wissenschaftler die Villa und erweiterte sie um ein Seitengebäude für die Produktion elektronischer Bauteile.
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Trinkhalle und Grundig-Villen Bitte klicken Sie einfach auf ein Bild, um zur Großansicht zu gelangen. |
1999 kaufte sie ein auf Sanierungen spezialisierter Baden-Badener Bauunternehmer. Er brachte das Baudenkmal mit Eichentüren, Deckenbalken und repräsentativem Treppenaufgang zur Beletage wieder in den ursprünglichen Zustand. Wie der Eigentümer wünscht sich auch die Stadt Baden-Baden eine neue Nutzung der Villa und des 3500- Quadratmeter-Grundstücks als Firmen- oder Wohnsitz.
Charles de Gaulle suchte Zuflucht vor Studenten
Andere Herrensitze in der Kurstadt haben bereits neue Eigentümer gefunden. So etwa das Jagdhaus, in dem zuletzt der Oberbefehlshaber der französischen Streitkräfte residierte und in dem der französische Staatspräsident Charles de Gaulle während der Studenten-Unruhen 1967 in Paris kurzzeitig Zuflucht suchte. Oder die Villa auf dem Annaberg, die sich Chantal Grundig, die Witwe Max Grundigs, vorübergehend zum luxuriösen Wohnsitz wählte.
Die Käufer bleiben lieber anonym
Über die Käufer gibt es nur Vermutungen. Nach Angaben des Baden-Badener Immobilienmaklers Martin Ernst treten in solchen Fällen meist Anwälte aus Luxemburg oder aus den Niederlanden als Käufer auf. Sie arbeiten für anonyme Gesellschaften mit Sitz in europäischen oder überseeischen Steueroasen. Bei der Villa am Annaberg hält sich das Gerücht, die Familie des georgischen Ex-Präsidenten Eduard Schewardnadse habe sich die Immobilie gesichert.
Unverkäuflich ist vorerst Baden-Badens größte bebaute Immobilie in Privathand: das Gut Mariahalden, den sich Max Grundig bis zu seinem Tod 1989 zum Alterssitz gemacht hatte. Rund um die Uhr von Security-Leuten mit Hunden bewacht und von einem Gärtner mühsam unter Kontrolle gehalten, warten der Park und das palastähnliche Hauptgebäude samt denkmalgeschütztem Badehaus auf eine neue Nutzung.
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