Freitag, 22. Februar 2019

Edle Klingen Schwerter für Bahrain

Ein kunstvoll geschmiedetes Schwert ist für arabische Hochadlige ein wichtiges Statussymbol. Fertigen lassen die Scheichs gern in Süddeutschland. Der Messerschmied Jürgen Schanz stellt für fünfstellige Summen Klingen aus edelsten Materialien her.

Stutensee - Wenn der König von Bahrain den Verwandten sein neues Schwert zeigt, dann denkt er vielleicht hin und wieder auch an Jürgen Schanz aus Stutensee. Der 37 Jahre alte Messerschmied fertigt die scharfen Klingen in Handarbeit an und kann in seiner Kundendatei auf Adressen aus der ganzen Welt zurückgreifen, sogar auf Namen arabischer Hochadeliger. Seine Waren verkauft er direkt, der gute Ruf allein sorgt für einen guten Absatz.

Aus verschiedenen Stahlarten schleift Schanz Messer für jeden Geschmack und für jeden Gebrauch: Jagd- und Küchenmesser sind ebenso im Sortiment wie ausgefallene Flammendolche oder "Überlebensmesser", die allerdings wenige für das Abenteuer, sondern vor allem zur Zier gekauft werden oder Sammler beglücken sollen. Die Schwerter hingegen sind Kunstwerke für Liebhaber: Im 21. Jahrhundert kämpft niemand mehr mit solchen Waffen, sie hängen nur noch an der einen oder anderen Wohnzimmerwand.

Dabei begann die Karriere von Jürgen Schanz eigentlich ganz beschaulich. Nach dem Realschulabschluss wollte er in die Fußstapfen seines Vaters treten und Messerschmied werden. Er erlernte das Handwerk, um im Betrieb der Eltern Fuß fassen zu können.

"Die Lehre wollte ich dann aber doch erst mal in Esslingen machen", erinnert er sich. Dort wollte er frei vom Elternhaus eine neue Perspektive gewinnen. Bereits zum Ende der Lehre ging es steil bergauf. Schanz wurde bei der Abschlussprüfung Bundessieger seines Jahrgangs. Wenige Monate darauf bekam er seinen Titel als "Schneidwerkzeugmechanikermeister".

"Ich habe zu der Zeit ausprobiert, was mir gefällt und liegt", sagt Schanz. "So bin ich neben den Messern auch auf die Schwerter gekommen." Ein gutes Dutzend Schwerter und 150 Messer stellt er im Jahr her, außerdem fertigt er noch etwas Schmuck. Ein wirklich edles Schwert, besetzt mit Perlen oder Edelsteinen und gefertigt in 500 Arbeitsstunden, kann schon einmal 50.000 Euro kosten.

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