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31. Mai 2010, 10:54 Uhr

Nomos Weltzeituhr

Luxuriöses Arbeitsgerät für Vielreisende

Von Klaus Ahrens

Premiere für einen neuen Zeitmesser: Nach mehr als einem Jahr Entwicklungszeit stellte die Manufaktur Nomos Glashütte ihre neue Weltzeituhr vor. Das Modell besticht durch preussische Tugenden und ausgeklügelte Details.

Dresden - Ein verwunschenes Preussen-Palais, wuchtig mit zwei Wehrtürmen versehen und hoch über der Elbe in einem Park am malerischen Rand der Sachsen-Metropole Dresden gelegen, ist der Ort des denkwürdigen Geschehens. Bei deftigen Genüssen und geistigen Getränken treffen sich hier am Abend des 31. Mai eine Schar handverlesener Gäste, um auf die Geburt einer neuen Uhr (und ihres überraschenden Kalibers) anzustossen. Selten ist wohl die Entwicklung eines neuen Zeitmessers derart freudig begangen worden wie hier im Lingnerschloss, einst Sitz des Erfinders von Odol. Beinahe so, als handelte es sich um die Einführung einer neuen Zeitrechnung.

Die ehrenwerten Paten bei dieser Tauf-Zeremonie sind die Herren Uwe Ahrendt und Roland Schwertner, Geschäftsführer und Inhaber der Manufaktur Nomos Glashütte, die in den 20 Jahren seit Gründung in der 1990 gerade wiedervereinigten ostdeutschen Uhrenhochburg im Erzgebirge ein staunenswertes Startup hingelegt haben. Der stolze Vater heisst Mirko Heyne, ein wortkarger junger Konstrukteur aus dem Sächsischen, bis 2002 Compagnon der renommierten Dresdner Edel-Uhrmacherei "Lang & Heyne". Und seither mit genialischem Eifer an der Entwicklung neuer Nomos-Modelle beschäftigt.

Für den Täufling, eine neue Weltzeituhr mit dem von ihm entwickelten Automatik-Kaliber Xi, findet er schon ein paar wenige, wiewohl unmissverständliche Worte: "Für eine solche Uhr", sagt er, "muss die Anzeige nützlich, einfach zu verstehen, gut ablesbar und trotz Allem erschwinglich sein." So preussisch sind die Tugenden, denen diese Weltzeituhr gerecht werden will.

Ein Jahr Entwicklungszeit

In der Manier des 2008 verstorbenen Spitzen-Designers Hannes Wettstein gestaltet, zeigt das schlichte Zifferblatt auf dem Aussenring Minuten und Stunden, ein zweiter Ring gibt die Position von Athen und Honolulu an und einer kleinen Extrascheibe bei der Krone die Heimatzeit - das ideale Arbeitsgerät für den Vielreisenden, der nicht immer an den Fingern abzählen möchte, wo er gerade anrufen darf und wo nicht. Denn mit Hilfe eines Drückers oberhalb der Krone lässt sich jede Zeit der Welt abfragen - die Uhr verrät, wo es wie spät ist. Das Ganze gefasst in schimmernden Edelstahl.

Ein Jahr Entwicklungszeit, 23 komplett neue Teile und zig Designstudien brauchte es, bis diese Neuheit das Licht der Welt erblickte. Und damit auch noch die letzte mögliche Unstimmigkeit vor der Serienfertigung beseitigt werden kann, schickt Nomos die Neuentwicklung zunächst einmal auf einen Testlauf. Bevor nämlich - auch dies eine Weltneuheit - zum Jahresende die Uhren offiziell in den Handel kommen, bietet das Unternehmen 150 Vorausexemplare (150 weitere des ebenfalls neuen GMT-Modells) Interessenten zu Vorzugskonditionen zum Kauf an.

Nach drei Monaten Probezeit wird die Uhr in Glashütte noch einmal unter die Lupe genommen, der Tester dazu eingeladen und - so er sie nicht gegen den Kaufpreis (3.400 Euro) zurückgeben möchte - mit einer ausgedehnten Garantie ausgestattet. Das Unternehmen folgt mit diesem Unterfangen einmal mehr seinem explizit formulierten Ethos, nämlich den "Grundsätzen des Deutschen Werkbundes, dessen Anliegen es bis heute ist, hochwertige Gestaltung und beste Qualität für viele erschwinglich zu machen, ohne das Wohl der Mitarbeiter aus dem Auge zu verlieren". Wo gibt es das noch in diesen Zeiten?


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